Repertorium › Arzneimittel im Repertorium

Aetherum (Aether)

Aetherum (Aether) steht im Repertorium in 114 Rubriken. Davon sind 9 Single-Rubriken, in denen nur dieses Mittel steht, und 9 kleine Rubriken mit höchstens zwei weiteren Mitteln. Die Schwerpunkte liegen bei den Wahnideen, der Sprache und dem Sprechen, dem Lachen und der Furcht. Aus ihnen ergibt sich das Bild eines Menschen, dessen Rede sich ins Rauschhafte steigert und dessen Abende von Todesnähe und Erstickungsfurcht überschattet sind.

Rausch der Rede

Die Sprache ist das auffälligste Gebiet. Verzeichnet sind ein entzücktes, ein stürmisches und begeistertes Sprechen, daneben ein ekstatisches und ein fröhliches. Nur eine Single-Rubrik hält fest, dass die Person vom Heimatland spricht. Das Lachen gleicht in einer Single-Rubrik dem Bellen eines Hundes („Lachen – bellender Hund, wie ein“), und ein Spaßen steht eigens für den Abend. Das Bild ist das einer Stimmung, die sich nicht dämpfen lässt, sondern in Worte und Laute überquillt.

Der Abend und der Tod

Der Abend ist die Zeit, in der das Gegenteil hervortritt. Zwei Single-Rubriken nennen das Gefühl des Todes und das Gefühl, gerade zu sterben, beide am Abend. Dazu gehören die Furcht vor dem Ersticken, abends und in der Dunkelheit, die Furcht vor drohender Gefahr bei Nacht und eine Hysterie, die den Abend wählt. Man kann darin eine Bedrohung sehen, die mit dem schwindenden Licht körperlich spürbar wird.

Klänge und Erinnerung

Die Wahnideen sind von Tönen und von Vergangenem bestimmt. Die Person hört Glocken läuten, zahllose, sanft tönende und liebliche, aber auch solche vom eigenen Begräbnis. Sie glaubt, eine Ewigkeit gelebt zu haben, mit den Gefährten der Jugend zusammen zu sein, und empfindet alles um sich herum als ein schreckliches Geheimnis. Dort, wo Entzücken und Grauen nebeneinanderstehen, ähneln die Rubriken einer Rauschschilderung.

Zusammenfassung

Aetherum zeigt im Repertorium einen Menschen im Zustand der Überhöhung. Wortreiche Begeisterung und Hellhörigkeit für Glockenklang stehen gegen eine Todesahnung, die mit dem Abend kommt. Das Verbindende ist der Verlust der gewohnten Mitte: Erleben und Sprache lösen sich von der Wirklichkeit, und die Furcht, zu ersticken oder zu sterben, holt sie ein.

Alle Rubriken dieses Mittels, die Arzneimittellehre und die Fallarbeit finden Sie in Rathmer’s Repertorium.

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