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Androctonos amoreuxii hebraeus (Androc.)

Androctonos amoreuxii hebraeus (Androc.) steht im Repertorium in 432 Rubriken. Davon sind 19 Single-Rubriken, in denen nur dieses Mittel steht, und 20 kleine Rubriken mit höchstens zwei weiteren Mitteln. Die Schwerpunkte liegen bei den Wahnideen, der Angst und den Gedanken, dazu bei Farben, Gleichgültigkeit und Erregung. Das Bild ist das eines Menschen, der die Welt wie durch eine Verengung wahrnimmt, in seinen Gedanken festhängt und zwischen Teilnahmslosigkeit und gereizter Hochstimmung wechselt.

Verengter Blick, verschobene Wirklichkeit

Die Wahnideen bilden den Kern. Sie handeln von einer Wirklichkeit, die sich verschoben hat: Alles um die Person herum erscheint als ein schreckliches Geheimnis, und die Welt wird durch eine Öffnung betrachtet, wie die Single-Rubrik „Wahnideen – Loch – blickt durch ein Loch auf die ganze Welt“ festhält. Dazu passt die Vorstellung, jeder sei geisteskrank, und die Überzeugung, die Menschen hegten eine Abneigung gegen sie oder ihn. Alltägliche Dinge verwandeln sich ins Bedrohliche; nur dieses Mittel kennt die Vorstellung „Wahnideen – Regenschirm sei ein Messer, der“. Daneben stehen zwei Rubriken, die in die Gegenrichtung weisen: das Gefühl, stark zu sein, und die Wahnidee, wieder ein Jugendlicher zu sein. Man kann darin eine Abwehr der Bedrohung durch Kraft und durch Rückkehr in eine unbelastete Zeit lesen.

Angst und Furcht

Die Angst ist an Tageszeiten gebunden. Die Single-Rubriken nennen die Dämmerung, die Stunden vor Mitternacht und ausdrücklich 22 Uhr; hinzu kommen Hysterie am Abend, eine Angst mit Furcht während des Klimakteriums und die Angst um die Welt. Die Furcht hat einen bestimmten Adressaten, die Skorpione („Furcht, Phobie – Skorpionen, vor“). Die Häufung von Angst, Furcht und Ruhelosigkeit unter allen Rubriken dieses Mittels bestätigt, dass der Zustand mehr von innerer Unruhe als von äußeren Anlässen getragen wird.

Gedanken, die nicht loslassen

Das Denken ist verengt wie der Blick. Die Single-Rubrik „Gedanken – ein Gedanke schließt alle anderen aus“ beschreibt ein Beharren auf einem einzigen Inhalt. Eine kleine Rubrik zeigt das Gegenstück: Die Person kennt die Gedanken anderer Menschen. Ein Rückbezug auf frühere Drogenerlebnisse ist gesondert verzeichnet. Die Konzentration ist am Morgen gut, und die Rubrik zur Seelenruhe beim Erwachen gehört demselben Zeitfenster an; der Tag beginnt also klarer, als er endet.

Gleichgültigkeit und Stimmungswechsel

Die Gleichgültigkeit richtet sich auf die gewohnte geistige Tätigkeit und auf Dinge, die sonst Freude bereiten. Ihr gegenüber stehen Aufwallungen: Euphorie im Wechsel mit Streitsucht, Erregung im Wechsel mit Schläfrigkeit, bei Kindern ebenso. Der Spott ist beißend und wechselt mit großer Intuition und großem Einfühlungsvermögen für die Schwächen anderer. Im Zorn wird mit Zerstörung und Tod gedroht, und es werden Gegenstände nach Personen geworfen, die beleidigen. Das ergibt kein einheitliches Temperament, sondern eine Gemütslage, die ohne erkennbare Vermittlung von Abstumpfung in Heftigkeit umschlägt.

Besonderheiten

Zwei Rubriken fallen aus dem Rahmen: das Verlangen, Felsen anzufühlen und hinter sie zu kriechen, und das farbige Träumen in Gelb, Rot und, nur bei diesem Mittel, in Orange. Das Verlangen lässt sich lesen als Suche nach Deckung, die Träume als Hinweis auf ein Erleben, das trotz der Gleichgültigkeit lebhaft bleibt.

Zusammenfassung

Androc. zeichnet einen Menschen, dessen Wahrnehmung sich verengt hat und dem die Welt als Geheimnis und Bedrohung entgegentritt. Er hält an einem Gedanken fest, flüchtet sich in Teilnahmslosigkeit oder in die Erinnerung an eine unbeschwerte Jugend und fährt unvermittelt in Spott und Zorn auf. Die Angst folgt den Abend- und Nachtstunden; der Morgen bringt Klarheit und Ruhe.

Alle Rubriken dieses Mittels, die Arzneimittellehre und die Fallarbeit finden Sie in Rathmer’s Repertorium.

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