Repertorium › Arzneimittel im Repertorium

Antimonium tartaricum (Ant‑t.)

Antimonium tartaricum (Ant‑t.) steht im Repertorium in 560 Rubriken. Davon sind 33 Single-Rubriken, in denen nur dieses Mittel steht, und 45 kleine Rubriken mit höchstens zwei weiteren Mitteln. Die Schwerpunkte liegen bei den Rubriken zu Kindern, der Angst, der Furcht, der Bewusstlosigkeit, dem Koma, dem Stöhnen und dem Weinen. Das Bild ist das eines kranken, hilflosen Menschen, vor allem eines Kindes, der nicht berührt, aber getragen werden will, sich festklammert, wimmert und stöhnt und zwischen Angst und Gleichgültigkeit wechselt.

Kinder: nicht berührt, aber getragen

Die Kinderrubriken sind die größte Gruppe, und ihr Muster ist ein Widerspruch. Das Kind hat eine Abneigung, berührt zu werden, und eine Abneigung gegen Liebkosung, will aber dennoch getragen werden, und zwar aufrecht sitzend; Tragen bessert. Es weint bei Berührung, schreit, wenn man es ansieht, auch bei Tabes mesenterica, und weint ständig. Säuglinge lehnen die Mutterbrust bei Katarrh ab oder können nicht gestillt werden und weinen. Bei Bronchitis ist das Kind reizbar, und beim Husten klammert es sich an. Nur dieses Mittel hat die Rubrik zum Klammern an den Bediensteten.

Klammern, Halten und Stöhnen

Aus dem Muster geht die Haltsuche hervor: Die Person hält sich an irgendwelchen herumstehenden Personen fest, hält den Pfleger fest und möchte getragen werden, sitzend. Das Stöhnen und Wehklagen steht vor der Krankheit, vor und während der Anfälle von Sommerdiarrhoe, bei Berührung und bei Babys; auch das Weinen und Wimmern kündigt Anfälle und Krankheit an. Das Heulen tritt auf, wenn die Person angesehen wird. Eine Klage betrifft die zahlreichen Symptome bei Lungenentzündung.

Angst, Furcht und Hoffnungslosigkeit

Die Angst ist körpernah: bei Rheumatismus, in der Schwangerschaft anfallsweise für zwei oder drei Stunden, gesteigert durch Übelkeit, mit Klopfen im Magen in Bezug auf die Zukunft. Die Furcht tritt bei Menstruationsschmerz und bei Dysmenorrhoe auf, ebenso die Furcht vor der Annäherung anderer bei Kolik während der Menses; hinzu kommt die Furcht vor dem Tod bei Beschwerden der Atmung. Die Hoffnungslosigkeit zeigt sich bei intermittierendem Fieber und bei Kolik. Verzweiflung tritt bei wiederholtem Erwachen auf. Die Angst wechselt mit Gleichgültigkeit, die Gleichgültigkeit mit Angst und mit Ruhelosigkeit, und die Gleichgültigkeit wird von einem verlangsamten Puls begleitet.

Bewusstlosigkeit, Koma und Wahnideen

Das Mittel zeigt schwere Zustände: Bewusstlosigkeit bei Asphyxie und beim Schließen der Augen, Koma mit dunklem Gesicht, mit blauen Lippen und mit blassem Gesicht, Betäubung beim Husten, den Zustand der Scheintoten bei Ertrunkenen. Die Wahnideen sind knapp: Die Person müsse schlafen, befinde sich in betäubtem Schlaf oder wate in Wasser. Das Delirium tritt bei Grippe auf, das Delirium tremens mit Topor und Schnarchen. Die Stimmung wechselt von Überschwänglichkeit zu Verdrießlichkeit, von Mürrischkeit zu Ausgelassenheit.

Zusammenfassung

Das Bild von Antimonium tartaricum ist das eines hilflosen, schwer kranken Menschen, der Nähe will, aber Berührung scheut, sich festklammert und stöhnt, zwischen Angst und Gleichgültigkeit schwankt und bis ins Koma absinken kann. Die Rubriken zu Kindern und die Single-Rubriken zu Koma und Furcht in der Menstruation heben das Mittel ab. Ein King-Pin-Symptom ist in den vorliegenden Daten nicht ausgewiesen.

Alle Rubriken dieses Mittels, die Arzneimittellehre und die Fallarbeit finden Sie in Rathmer’s Repertorium.

Repertorium kennenlernenKostenlos ausprobieren

Ein Nachschlagewerk für Fachleute; ersetzt keine Diagnose oder Behandlung.