Repertorium › Arzneimittel im Repertorium
Argentum metallicum (Arg-met.)
Argentum metallicum (Arg-met.) steht im Repertorium in 377 Rubriken. Davon sind 39 Single-Rubriken, in denen nur dieses Mittel steht, und 24 kleine Rubriken mit höchstens zwei weiteren Mitteln. Die Schwerpunkte liegen bei der Furcht, der Angst und den Wahnideen, dazu bei Stimme, Sprechen und Gesten, bei der Epilepsie und bei den Folgen von Nachdenken. Es entsteht das Bild eines Menschen, dessen Denken und Sprechen sich verselbständigt und dem es schwerfällt, sich auf den eigenen Körper zu verlassen.
Denken, das ermüdet und entgleitet
Der Kopf arbeitet, und er bezahlt dafür. Verzeichnet sind Beschwerden durch Nachdenken und durch Meditation, die Verschlimmerung durch Nachdenken, die Unfähigkeit, überhaupt zu denken und nur noch zu fühlen, und der Verlust der Kontrolle über die Gedanken beim Sitzen und Nachdenken. Eine Benommenheit „Rauch im Gehirn, wie durch“ und geistige Verwirrung aus geringem Anlass treten hinzu. Das lässt sich lesen als ein Geist, der sich überanstrengt und dem dabei der Faden reißt.
Reden und Schweigen
Auffällig dicht sind die Rubriken zu Sprache und Stimme. Die Rede ist schnell, der Redefluss wechselt mit Traurigkeit, und umgekehrt. Die Stimme weist Lücken auf, es fehlen die Mitteltöne; Sprechen verschlimmert, Sprechen löst Angst aus. Zugleich zeigt sich eine Scheu, über die eigene Krankheit zu reden, während der Wunsch besteht, sich nur mit einem Vertrauten oder dem Ehepartner auszusprechen. Eine Gruppe von Single-Rubriken richtet sich auf diese Nähe zum Ehepartner: das Verlangen nach Gesellschaft des Ehemanns oder der Ehefrau. Man kann darin einen Menschen sehen, der viel redet und doch nur einem Einzigen traut.
Furcht, Angst und Körpergefühl
Die Furcht gilt der Apoplexie mit Herzklopfen, der Erschütterung und dem Anstoßen beim Laufen; Wahnideen drehen sich um den Schlaganfall, das Zerbrechen und Zusammenbrechen und darum, dass der Kopf aus dem Bett fallen könnte. Die Angst steigert sich beim Gehen im Freien, wenn die Kleidung zu eng scheint, was als Single-Rubrik verzeichnet ist: „Qualvolle Angst – Kleidung beim Gehen im Freien zu eng, Gefühl, als wäre die“. Hinzu kommt das Gefühl, immer betrunken zu sein. Der Körper erscheint unsicher und gefährdet, die eigene Haltung fahrig.
Anfall und Nachwirkung
Mehrere Rubriken verknüpfen Gemütszustände mit Krämpfen: Delirium, Raserei und Manie nach epileptischem Anfall oder nach Konvulsionen, ein Impuls zu springen nach dem Anfall. Der Anfall hinterlässt eine Erregung, die sich im Gemüt austobt.
Haltung gegenüber anderen
Einzelne Rubriken zeichnen eine ungewöhnliche Haltung: „Annehmend“, nicht gekränkt oder beleidigt, autoritätsgläubig, gleichgültig gegenüber Kleinigkeiten nur innerhalb bestimmter Grenzen, aber unbarmherzig gegenüber Freunden. Dazu gehört der Beigeschmack der Reinheit der Absicht. Das Bild bleibt in diesem Teil widersprüchlich.
Zusammenfassung
Argentum metallicum zeigt im Repertorium einen Menschen, der durch Denken und Sprechen erschöpft wird und zugleich nicht davon lassen kann. Furcht und Angst lagern sich um den Körper, um Schlag und Zusammenbruch, und die Anfälle der Epilepsie klingen im Gemüt nach. Als Gegengewicht erscheint das Bedürfnis nach einem vertrauten Gegenüber.
Alle Rubriken dieses Mittels, die Arzneimittellehre und die Fallarbeit finden Sie in Rathmer’s Repertorium.
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