Repertorium › Arzneimittel im Repertorium

Arnica montana (Arn.)

Arnica montana (Arn.) steht im Repertorium in 886 Rubriken. Davon sind 38 Single-Rubriken, in denen nur dieses Mittel steht, und 56 kleine Rubriken mit höchstens zwei weiteren Mitteln. Die Schwerpunkte liegen bei der Furcht, der qualvollen Angst, den Kindern, den Wahnideen, der Bewusstlosigkeit und den Beschwerden durch Verletzung. Das Gesamtbild ist das eines Menschen nach einem Schlag: wund, vor jeder Annäherung auf der Hut und zugleich bemüht, sich nichts anmerken zu lassen.

Verletzung und Schock

Der Anlass steht am Anfang. Die Rubriken führen von der Verletzung in die Ohnmacht, aus dem Schock in die Bewusstlosigkeit: „Bewusstlosigkeit – Verletzungsschock, bei“, dazu eine Bewusstlosigkeit durch Gehirnerschütterung, ein Stupor aus demselben Grund, eine Betäubung nach dem Schock, Verlust der Sprache nach einer Verletzung und ein Scheintod nach Verletzungen. Bemerkenswert ist, dass Bewusstlose richtig antworten, wenn man sie anspricht. Auch die qualvolle Angst hat ihren Ort im Verletzungsschock, bei Angina pectoris und nachts im Schweiß. Wo ein Schock zurückliegt, nennt das Repertorium selbst den Deflorationsschock in der Vorgeschichte, auch beim Kind, und die Hoffnungslosigkeit nach einer Prellung.

Furcht vor Berührung und Erschütterung

Die Furcht ist mit 73 Rubriken die größte Hauptrubrik und richtet sich fast immer auf das Körperliche. Die Person fürchtet, berührt zu werden, besonders an verletzten Körperteilen, im Zustand der Gicht und beim Herannahen anderer; sie fürchtet, erschüttert oder gerüttelt zu werden („Furcht, Phobie – erschüttert, gerüttelt zu werden“). Sie fürchtet, verletzt zu werden, in der Dunkelheit und im traumatischen Schock, und sie fürchtet herannahende Fahrzeuge, nachts eine Herzerkrankung und beim Erwachen den Schlaganfall. Ein Single-Eintrag verlegt die Angst in die Zeit selbst: „Gegenwart – Angst vor der Gegenwart – Zukunft, und der“. Die Schutzhaltung gilt dem Körper wie dem Augenblick.

Das Beharren, gesund zu sein

Dem Schutzbedürfnis steht ein Verhalten gegenüber, das es leugnet. Die Person erklärt, es fehle ihr nichts, und in der Reizbarkeit gibt es die Rubrik, in der sie den Arzt nach Hause schickt, weil sie nicht krank sei („Reizbarkeit, Gereiztheit – schickt – Arzt/Therapeuten/Behandler nach Hause und sagt, sie/er sei nicht krank, schickt den“). Dazu passen die Rubriken, die unter Verletzung eine Ausgeglichenheit verzeichnen, und die Single-Rubrik „Betroffenheit – zeigt keine“. Sie lassen sich lesen als Haltung dessen, der den Schmerz kennt und ihn nicht zeigen will. Dazu gehört die Abneigung gegen Gesellschaft während der Schmerzen: Wer leidet, will für sich bleiben.

Arbeit und Anstrengung

Das Bild ist auch eines der Arbeit. Verzeichnet sind ein Arbeitsmensch, der gern und ausdauernd arbeitet und viel Durchhaltevermögen besitzt, daneben aber die Single-Rubrik „Arbeiten – zu viel“ und die Unfähigkeit zu kontinuierlicher geistiger Arbeit. Hast und Eile erzeugen körperliche Beschwerden, Reisen ebenfalls, wenn Erschöpfung hinzukommt. Der Körper bezahlt, was die Person dem Willen abverlangt.

Wahnideen und Delirium

Unter den Wahnideen dominieren Bilder des Unsicheren und Bedrängenden. Das Bett fühlt sich an, als läge ein Klumpen darin; hohe Gegenstände neigen sich nach vorne und stehen kurz vor dem Umfallen („Wahnideen – Gegenstände, in Bezug auf – neigen sich nach vorne und stehen kurz vor dem Umfallen, hohe Gegenstände“). Schwarze Gestalten erscheinen im Traum, Phantome verweilen im Denken, und die Person hält eine Ratsversammlung ab. Im Delirium und in der Ruhelosigkeit wirft sie sich umher, im Husten wie in der Meningitis. Vor Schmerzen kratzt sie mit den Händen den Kalk von den Wänden.

Weitere Züge

Das Kind schreit vor dem Hustenanfall, im Schlaf bei Meningitis, und es zürnt bei erschwerter Atmung. Ein Gefühl des Beraubtseins steht in einer eigenen Single-Rubrik („Beraubt – Gefühl von“).

Zusammenfassung

Arnica montana erscheint im Repertorium als Mittel des geschlagenen und doch aufrechten Menschen. Die Verletzung hat ihn erschreckt und bewusstlos gemacht, danach bleibt eine Furcht vor jeder Berührung und jeder Erschütterung, und der Betroffene wehrt Hilfe ab, wo er sie braucht. Arbeit und Tapferkeit decken ab, was darunter an Angst vor Gegenwart und Zukunft liegt.

Alle Rubriken dieses Mittels, die Arzneimittellehre und die Fallarbeit finden Sie in Rathmer’s Repertorium.

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