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Aurum muriaticum (Aur‑m.)

Aurum muriaticum (Aur‑m.) steht im Repertorium in 195 Rubriken. Davon sind 3 Single-Rubriken, in denen nur dieses Mittel steht, und 10 kleine Rubriken mit höchstens zwei weiteren Mitteln. Die Schwerpunkte liegen bei der Furcht mit 24 Rubriken, bei der Traurigkeit, den Kindern, den Wahnideen und der Suizidneigung. Aus ihnen ergibt sich das Bild eines Menschen, der sich von Krankheit und Tod bedrängt fühlt, in seinen Beschwerden verweilt und dabei zwischen Pflichtgefühl, Verzweiflung und Todesfurcht schwankt.

Furcht und Pflicht

Die Furcht stellt den größten Block. Unter den kleinen Rubriken findet sich die Furcht, die eigenen Pflichten zu vernachlässigen, und zwar „Furcht, Phobie – Pflichten – vernachlässigen, ihre/seine Pflichten zu“. Daneben steht die Todesfurcht, die sich mit dem Verlangen zu sterben verbindet. Das Bild ist widersprüchlich: Der Tod wird gefürchtet und zugleich herbeigewünscht, die Pflicht wird als Last und doch als unabweisbar erlebt.

Beschwerden und Krankheit

Auffällig ist die Beschäftigung mit dem eigenen Zustand. Zwei Single-Rubriken halten fest, dass die Person mürrisch wird, wenn sie allein an ihre Beschwerden denkt, und dass sie bei ihrer zerstörten Gesundheit verweilt. Eine kleine Rubrik verzeichnet Zorn beim Denken an die Beschwerden. Die Wahnideen führen dies fort: Verzeichnet sind die Vorstellung, jede Krankheit zu haben, und die Vorstellung, eine unheilbare Krankheit zu haben. Das Gedankenkreisen um die Gesundheit ist hier kein Nebenzug, sondern erscheint als eigentliche Quelle von Verstimmung, Zorn und Furcht.

Suizidneigung und Traurigkeit

Die Traurigkeit ist mit 13 Rubriken und die Suizidneigung mit 8 Rubriken vertreten. Eine kleine Rubrik verbindet Gedanken an Selbstmord mit der Furcht vor dem Tod. Der Gedanke an das Ende ist demnach nicht ruhig, sondern von Angst begleitet. Auch das Auffahren, die Angst und die Beschwerden durch bestimmte Ursachen gehören zu dieser Gemütslage.

Körperliche Randsymptome im Gemüt

Einige Rubriken verknüpfen Seelisches mit dem Körper. Verzeichnet sind Delirium bei Kopfschmerzen und Ruhelosigkeit bei Angina pectoris. Eine Single-Rubrik beschreibt die Wahnidee, sich im Kreis zu drehen, wenn man sich bückt. Hinzu tritt das Gefühl, in der Luft zu gehen. Diese Rubriken zeigen, dass Gemütsbild und körperliche Beschwerden eng ineinandergreifen.

Eine unerwartete Seite

Gegen das düstere Gesamtbild steht eine einzelne kleine Rubrik: „Hübsch, anziehend – vom Wesen her“. Sie bleibt ein Ausreißer, der zeigt, dass die Datenlage nicht nur Verdüsterung enthält.

Zusammenfassung

Aur‑m. erscheint als Bild eines Menschen, der von der Sorge um die eigene Gesundheit, von Todesfurcht und Pflichtgefühl beherrscht wird. Die Single-Rubriken betonen das Verweilen bei den Beschwerden, die kleinen Rubriken die Krankheitswahnideen und die Verbindung von Selbstmordgedanken mit der Furcht vor dem Tod. Die Datenlage ist mit 13 spezifischen Rubriken schmal, die Richtung aber einheitlich.

Alle Rubriken dieses Mittels, die Arzneimittellehre und die Fallarbeit finden Sie in Rathmer’s Repertorium.

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