Repertorium › Arzneimittel im Repertorium
Calcium phosphoricum (Calc-p.)
Calcium phosphoricum (Calc-p.) steht im Repertorium in 848 Rubriken. Davon sind 21 Single-Rubriken, in denen nur dieses Mittel steht, und 49 kleine Rubriken mit höchstens zwei weiteren Mitteln. Die Schwerpunkte liegen bei den Kindern, mit 213 Rubriken das weitaus größte Gebiet, dazu bei Stumpfheit, Furcht, Angst, Stöhnen und Zorn. Es ergibt sich das Bild eines Menschen, der schlechte Nachrichten schwer verkraftet und dessen Entwicklung und Belastbarkeit empfindlich sind.
Das Kind in der Entwicklung
Der Gesamtbefund liegt bei den Kindern. Verzeichnet sind spätes Gehenlernen mit schwachen Beinen, rasches Wachstum mit anschließender Schwäche, ein gut entwickelter Schädel auf einem schwächlichen, kränklichen Körper und Chorea bei Kindern, die zu schnell gewachsen sind. Schwierige Zahnung bringt Weinen und Auffahren. Beim Stillen erscheinen ein anhaltendes Verlangen nach Muttermilch und, als Gegenstück, die Ablehnung der Milch, die salzig schmeckt. Ein Schulmädchen in der Pubertät kommt eigens vor. Das Kind wirkt in seinem Wachstum der Kraft voraus.
Angst vor dem Hochgehobenwerden
Die Furcht hat einen eigenen Zug: Sie gilt dem Hochgezogen- oder Aufwärtsgezogenwerden, und bei Kindern der Hebung aus der Wiege. Verbunden ist das mit Angst bei Brustbeschwerden. Hinzu kommen die Furcht vor Hühnern und vor Osteoporose. Auffällig ist die Wachsamkeit: Das Kind achtet auf jede Bewegung des Arztes. Man kann darin ein Kind erkennen, das dem Boden unter sich und der Hand über sich misstraut.
Schlechte Nachrichten
Der wichtigste Auslöser im Gemüt sind unangenehme Nachrichten. Sie machen stumpf (zwei Single-Rubriken und zwei kleine Rubriken), sie machen traurig, zornig und wild, und sie können außer sich bringen. Eine weitere Single-Rubrik verzeichnet Heftigkeit, wenn ein anderer getadelt wird, und das Selbstvorwerfen, wenn andere getadelt werden. Das Mittel scheint Kränkung in Erschütterung umzusetzen und auf fremde Kritik wie auf eigene zu reagieren.
Mangelnde Belastbarkeit
Die Single-Rubrik „Belastbarkeit – Mangel an“ trifft die Mitte. Dazu gehören Zorn, der sich gelähmt fühlt, Zorn, der nicht arbeiten kann, Lernschwäche, Verwirrung durch Übelkeit und Hutdruck, und das Gefühl auseinanderzubrechen. Die Begeisterung ist flammend und vergeht rasch; nach dem Koitus entsteht Geschäftigkeit und Arbeitseifer.
Unruhe und Seufzen
Verzeichnet sind unwillkürliche Handbewegungen mit Schreien und Weinen, ein Verlangen, im Haus umherzuwandern, das Verlangen nach Veränderung, Wegwerfen von Spielzeug, Klagen und Stöhnen in der Angst und Seufzen nach Kummer. Auch das Stöhnen im Schlaf bei Kindern ist hierher zu rechnen. Nach Konflikten besteht der Wunsch, mit jemandem zu sprechen, um sie zu beheben.
Zusammenfassung
Calcium phosphoricum zeigt im Repertorium Schwäche und Reizbarkeit in enger Nachbarschaft: einen schnellen Wuchs, dem die Festigkeit fehlt, und ein Gemüt, das bei Kummer und schlechter Nachricht erstarrt oder aufbraust. Unruhe und Veränderungswunsch ergänzen das Bild, und das Kind steht so deutlich im Vordergrund, dass auch die Erwachsenenrubriken wie nachgezeichnete Kindzüge wirken.
Alle Rubriken dieses Mittels, die Arzneimittellehre und die Fallarbeit finden Sie in Rathmer’s Repertorium.
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