Repertorium › Arzneimittel im Repertorium
Carbo vegetabilis (Carb-v.)
Carbo vegetabilis (Carb-v.) steht im Repertorium in 892 Rubriken. Davon sind 32 Single-Rubriken, in denen nur dieses Mittel steht, und 55 kleine Rubriken mit höchstens zwei weiteren Mitteln. Die Schwerpunkte liegen bei Angst, Wahnideen, Furcht und den Rubriken zu Kindern, dazu bei Stimme, Tod, Verwirrung und Stumpfheit. Es entsteht das Bild eines Menschen, der nachts und im Dunkeln von Vorstellungen bedrängt wird, sich erschöpft zurückzieht und dessen Lebenskraft an der Grenze zum Erlöschen steht.
Angst und Furcht im Dunkeln
Die Angst, mit 77 Einträgen die größte Gruppe, hängt an der Nacht und am Bett. Die Person muss sich im Bett aufsetzen, fürchtet sich vor dem Bett in der Dunkelheit, vor Gespenstern bei Schlaflosigkeit und vor einem Schlaganfall beim Erwachen. Tagsüber stellt sich die Angst am Nachmittag ein, besonders zwischen 16 und 18 Uhr, ebenso Gewissensangst, Reue und Ruhelosigkeit. Auch Fremde und neue Situationen lösen sie aus. Die Angst reicht in den Körper: Sie begleitet Dysenterie, kongestives Herzversagen, Lungenemphysem und eingeklemmte Blähungen.
Wahnbilder um das Bett
Was die Angst nährt, zeigt sich in den Wahnideen. Mehrere Single-Rubriken beschreiben, dass jemand ans Bett kommt, dass die Person es hört und dass eine Hand über ihren Körper streicht. Die Berührung ist ausdrücklich verzeichnet: „Wahnideen – Hand – streichelt – spürt eine Hand, die sie/ihn – Körper, über den“. Ebenso belegt ist die Täuschung, jemand wolle die Person wecken. Dazu kommen die Wahnideen von einstürzenden Wänden, von einer Zunge wie aus Holz und von schrecklichen Visionen am Abend. Das lässt sich lesen als ein Zustand, in dem die Grenze zwischen Schlaf und Wachen durchlässig wird und ein Schutz fehlt.
Erlöschen der Kraft
Ein zweites Thema ist das Schwinden des Lebens. Das Repertorium verzeichnet den Scheintod, auch nach Blutungen und durch Kohlengas, ein Daliegen wie tot und ein nahezu erloschenes Bewusstsein. Die Stimme trägt diesen Zug: Es gibt Aphonie abends und nachts, eine rauchige Stimme am Abend und eine Verschlimmerung der Stimme durch nasse Luft und feuchtes Wetter. Das Denken folgt dem: Verwirrung und Stumpfheit sind zahlreich vertreten, und das Gedächtnis ist beeinträchtigt, mitunter nur zeitweise. Zu diesem Rückzug gehören die Single-Rubriken „Begeisterung – Mangel an“ und „Armut“ sowie die Abneigung dagegen, geschaukelt zu werden.
Kinder
Die Kinder bilden mit 64 Einträgen die dritte große Gruppe. Das Repertorium nennt eine Stumpfheit bei Schulkindern und umgekehrt eine besondere Liebevollkeit gegenüber Kindern. Zorn und Stoßen treten bei Beschwerden durch Würmer auf. Bei Erwachsenen entspricht dem die Trägheit infolge eines Luxuslebens und die späte Folge von Trunksucht.
Zusammenfassung
Das Repertorium zeigt Carbo vegetabilis als Mittel der nächtlichen Ängste und der schwindenden Kraft. Es ist ein Mensch, der im Dunkeln Gestalten am Bett spürt, am späten Nachmittag unruhig und von Gewissensangst geplagt wird und in der Erschöpfung zu verstummen droht.
Alle Rubriken dieses Mittels, die Arzneimittellehre und die Fallarbeit finden Sie in Rathmer’s Repertorium.
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