Repertorium › Arzneimittel im Repertorium
Chocolate (Choc.)
Chocolate (Choc.) steht im Repertorium in 342 Rubriken. Davon sind 41 Single-Rubriken, in denen nur dieses Mittel steht, und 25 kleine Rubriken mit höchstens zwei weiteren Mitteln. Die Schwerpunkte liegen bei den Wahnideen, der Erregung, den Farben, den Gesten und den Haaren, dazu bei Verstecken, Kindern und Gesellschaft. Das Bild ist das eines Menschen, der sich körperlich verwandelt und fremd erlebt, tierhaft auf Nahrung und Schutz ausgerichtet ist und in Gesellschaft und Farbwahl deutliche Vorlieben zeigt.
Wahnideen vom Körper und vom Tier
Fast die Hälfte der spezifischen Rubriken gehört zu den Wahnideen. Sie betreffen vor allem den Körper: Das eigene Gesicht erscheint fremd und unbekannt, der Mund wäre doppelt, die Nase kleiner, die Hände werden größer, der Hinterkopf ist verlängert, und aus dem Mund strömt Blut. Der Körper erscheint geteilt, nämlich in vier Teile. Als Single-Rubrik steht die Vorstellung, dem Rücken öffneten sich Flügel, die sich ausbreiten. Die Person glaubt, gleichzeitig von oben und unten sehen zu können. Auch die Träume sind betroffen: Sie wären die eines anderen oder gestohlen worden. Hinzu kommt das Nicht-Erkennen des eigenen Gesichts.
Die tierbezogenen Rubriken bilden ein eigenes Feld. Nur dieses Mittel steht bei der Vorstellung, ein Igel zu sein oder Igel zu sehen, bei Heuschrecken und bei der Wahnidee, eine Tomate sei eine Heuschrecke. Hinzu kommen die Vorstellung, ganz und gar ein Tier zu sein, und das Stillen von Tieren oder behaarten Babys. Ungeziefer wird gesehen, auch als Wesen, das beim Schreiben über das Blatt Papier krabbelt, und die Gedanken hängen hartnäckig an Igeln.
Nahrungssuche und Verstecken
Das tierhafte Bild setzt sich im Verhalten fort. Verzeichnet sind das Verlangen nach Futtersuche, nach dem Suchen von Essbarem, nach dem Verstecken von Essen und von Speisen sowie nach Klettern an Mauern und Wänden. Der Mund soll statt der Hände benutzt werden. Dazu passt das Verlangen, mit dem Flugzeug zu fliegen, und das Verlangen, weit blicken zu können.
Haare und Gesten
Eine auffällige Gruppe betrifft die Haare. Das Mittel verlangt danach, die Haare geschnitten zu bekommen, und zwar kurz und stoppelig; die Rubrik steht auch bei Kindern. Der Anblick eines kurzen, bürstenartigen Haarschnitts erregt. Gestisch zeigt sich der Wunsch, sich über die Haare zu streichen oder sich die Haare aus dem Gesicht zu streichen.
Farben und Sinnesreize
Die Farben bilden einen weiteren Schwerpunkt. Abneigung besteht gegen Blau, Kastanienbraun und Grün, gegen Braun und gegen rötlichbraunes Kastanienbraun; verlangt wird, Braun zu tragen, und in einer kleineren Rubrik, Gelb zu tragen. Eine Überempfindlichkeit gegen Musik richtet sich ausdrücklich auf Vogelgesang.
Stimmungsschwankungen
Die Erregung kommt in vielen Formen vor: in der Dunkelheit, nach dem Gehen im Freien, wie in freudiger Hoffnung und wie durch Verwirrung. Es gibt eine Erwartungsspannung am Morgen, einen Zorn bei Änderung der Pläne und viele Rubriken zu Fehlern und Konzentration. Die Gedanken wechseln zwischen Klarheit und Mattigkeit, die Konzentration zwischen gutem Arbeiten und Seelenruhe, die Ideen zwischen Reichtum und Mangel. In Gesellschaft schwindet die Hemmung; der Mensch will Gesellschaft, solange er in ihr besser ist, und lehnt das Alleinsein ab. Verzeichnet ist ein Verlangen nach Sonne, Licht und Gesellschaft, daneben ein boshaftes Spaßen.
Zusammenfassung
Das Bild von Chocolate verbindet körperliche Fremdheit und Verwandlung mit einer tierhaften Ausrichtung auf Nahrung, Schutz und Bewegung. Die Wahnideen vom Igel, von Heuschrecken und von Flügeln, das Verlangen nach kurzem Haar, die genauen Farbvorlieben und die Wechsel zwischen Klarheit und Mattigkeit machen das Mittel unterscheidbar. Ein King-Pin-Symptom ist in den vorliegenden Daten nicht ausgewiesen.
Alle Rubriken dieses Mittels, die Arzneimittellehre und die Fallarbeit finden Sie in Rathmer’s Repertorium.
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