Repertorium › Arzneimittel im Repertorium
Cimicifuga racemosa (Cimic.)
Cimicifuga racemosa (Cimic.) steht im Repertorium in 558 Rubriken. Davon sind 44 Single-Rubriken, in denen nur dieses Mittel steht, und 51 kleine Rubriken mit höchstens zwei weiteren Mitteln. Die Schwerpunkte liegen bei den Wahnideen, der Furcht, der Manie, der Traurigkeit, der Erregung und der Hysterie. Das Bild ist das eines Menschen, der sich von Drähten und Käfigen eingeschlossen fühlt, Angst vor Geisteskrankheit und Tod hat, dessen Gemüt an Zyklus, Klimakterium und rheumatische Beschwerden gebunden ist und der redselig und erregbar wirkt.
Eingeschlossen im Drahtkäfig
Das auffälligste Wahnbild ist das Gefangensein. Die Person glaubt, mit Drähten gefangen oder in einem Drahtkäfig zu sein, ihre Arme seien an den Körper gebunden, und sie sieht dunkle Gegenstände und Gestalten. Im Bett seien sonderbare Dinge, Ratten oder Schafe; sie hat Visionen von Monstern, Ungeheuern und Ratten, sieht Schafe und fürchtet Mäuse, ein Gehirn, das herumwirbelt. Die Furcht vor dem Tod verbindet sich mit diesen Bildern: Die Person sieht Drähte, die sie einschließen, oder fürchtet, die Menschen im Haus würden sie töten. Sie fürchtet im geschlossenen Wagen zu fahren und herausspringen zu müssen, und sie ist argwöhnisch im Klimakterium.
Furcht vor Geisteskrankheit
Die Furcht vor Geisteskrankheit tritt in vielen Zusammenhängen auf: im Klimakterium, in der Menopause, bei Kopfschmerzen mit Schmerz im Scheitel. Die Wahnidee, während der Entbindung geisteskrank zu werden, und das Gefühl, verrückt zu werden, stehen daneben. Die Manie wird durch unterdrückte Lochien, Menses, Menopause, Klimakterium, Neuralgie und Ischiasschmerz ausgelöst. Die Geisteskrankheit tritt auch durch geschäftlichen Misserfolg auf und vor den Menses; mit dem Verschwinden der Neuralgie wechselt sie. Die Beschwerden entstehen durch Enttäuschung, nämlich Betrug und Täuschung, und die Liebe ist gestört.
Körper und Gemüt im Wechsel
Gemüt und Körper stehen im Wechsel. Nur dieses Mittel steht bei Traurigkeit im Wechsel mit körperlichen Beschwerden, bei Gemütssymptomen, die sich durch Diarrhoe bessern, und bei verstärkter Wirkung von Rheumatismus. Die Traurigkeit verschlechtert sich durch Bewegung und durch Abkühlung; die Person spricht dabei ständig. Die Erregung betrifft die Extremitäten mit Schwere, die Ovarien, den Uterus mit krampfartigem Schmerz und rheumatische Beschwerden. Hysterie tritt mit Krämpfen des Rückens und der Zervikalregion auf. Die Stumpfheit zeigt Nackensteifigkeit. Der Kopf wird gehalten, es folgen Stöhnen und Erbrechen; die Person murmelt mit erweiterten Pupillen oder mit Übelkeit.
Sprache und Rede
Die Redseligkeit wechselt mit der Abneigung zu antworten und tritt bei rheumatischem Schmerz auf; bei Kindern zeigt sie sich in altklugem Reden. Die Sprache fällt schwer, obwohl die Person es versucht, und sie kann nicht beenden, was sie sagen will, aus Nervosität. Die Antworten sind ausweichend. Die Freude ist übermäßig, mit Zittern, Heiterkeit, Verspieltheit und klarem Verstand. Zur Suizidneigung während der Menses finden sich Rubriken, daneben Ungeduld beim Gehen, wenn die Person schnell müde wird.
Zusammenfassung
Das Bild von Cimicifuga racemosa vereint das Gefühl, in Drähten und Käfigen gefangen zu sein, eine tiefe Furcht vor Geisteskrankheit und Tod, einen Wechsel zwischen Gemüt und rheumatischem Körperleiden und eine enge Bindung an Zyklus und Klimakterium. Die Single-Rubriken zu Drähten und Schafen heben es heraus. Ein King-Pin-Symptom ist in den vorliegenden Daten nicht ausgewiesen.
Alle Rubriken dieses Mittels, die Arzneimittellehre und die Fallarbeit finden Sie in Rathmer’s Repertorium.
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