Repertorium › Arzneimittel im Repertorium
Cina maritima (Cina)
Cina maritima (Cina) steht im Repertorium in 863 Rubriken. Davon sind 46 Single-Rubriken, in denen nur dieses Mittel steht, und 82 kleine Rubriken mit höchstens zwei weiteren Mitteln. Die Schwerpunkte liegen bei den Kindern, die mit 231 Rubriken den weitaus größten Teil stellen, dazu bei Weinen, Angst und Furcht, Berührung, Gesten und Springen. Aus ihnen ergibt sich das Bild eines Kindes, das Zuwendung verlangt und zugleich abweist, das ungeduldig, widerspenstig und von nächtlicher Angst geplagt ist.
Getragenwerden und Abwehr
Der Widerspruch steht im Zentrum. Das Kind will getragen werden und kann Berührung doch nicht ertragen. Dies hält die Single-Rubrik „Kinder, allgemein – getragen zu werden – Verlangen – Abneigung – berührt zu werden, dabei“ fest. Es weint herzzerreißend, wenn es getragen oder gehalten wird, und ist doch nur ruhig, solange man es trägt; es wird steif und tritt aus. Eine zweite Single-Rubrik hält fest, dass Tragen nicht bessert. Zärtlichkeit erreicht es nicht: „Beruhigt werden – schwer zu beruhigen – streicheln und Zärtlichkeiten sind zwecklos“. Verzeichnet sind zudem Abneigung gegen Berührung am Kopf und am Hinterkopf, gegen Liebkosungen und gegen das Haareschneiden, und jedes Zunahekommen löst Schreie aus.
Zurückweisen und Eigensinn
Die Abwehr betrifft auch das, was angeboten wird. Das Kind weist Hilfe zurück, lehnt eine Untersuchung ab und wirft mit allem, was man ihm gibt. Die Launenhaftigkeit geht so weit, dass es Dinge verwirft, „weist Dinge zurück, die sie/er haben wollte, sobald sie/er sie bekommt“. Hinzu treten Widerspruchsgeist, Abneigung gegen Unterbrechungen, Abneigung gegen das Behindertwerden, Schlagen aus Zorn und Reizbarkeit bis zum Wegwerfen von Speisen. Zugleich verbirgt das Kind Essen, schluckt alles und ist begierig, Dinge anzufassen.
Husten und Furcht
Der Husten gibt der Furcht eine Gestalt. Das Kind fürchtet, durch Sprechen oder Bewegung den Anfall hervorzurufen, und bleibt, wie die Single-Rubrik sagt, „still, bewegt sich nicht und redet nicht“. Angst, Reizbarkeit, Zorn und Verwirrung kommen vor und nach dem Anfall, ebenso Auffahren und Schreien. Die Furcht hat zudem ihre Stunde, die Mitternacht, und die Kinder erwachen abends ängstlich.
Nacht und Erwachen
Die Nacht bringt Unruhe. Kinder erwachen durch Visionen, schreien mit Zittern, jammern und klagen beim Erwachen und fahren heftig beim Einschlafen auf. Ein Pavor nocturnus nach spätem Abendessen ist verzeichnet, im Schlaf grunzt das Kind.
Würmer und Reizbarkeit
Eine Reihe von Rubriken verbindet Ärger, Erregung, Zorn und Zahnungsbeschwerden mit Wurmerkrankung. Das Kind bohrt mit dem Finger im Ohr, zupft ständig an der Nase und reißt sich die Haut um die Nägel aus. Gereiztheit steht nach Fieber und nach Hitze.
Bewegung
Die Unruhe sucht Bewegung. Das Kind hat den Impuls zu springen, „Springen – plötzlich, wie vor Schmerz“, und springt besonders abends. Schnelles Schaukeln bessert; das Verlangen, geschaukelt zu werden, hält an. Die Hände greifen an die Luftröhre, an die Nase, zu den Lippen, und die Arme werden herumgeworfen.
Zusammenfassung
Cina erscheint als Bild eines überreizten, abwehrenden Kindes, dessen Bedürfnis nach Nähe an der Unfähigkeit scheitert, sie zu ertragen. Die Unruhe schlägt sich in Springen, Zupfen und Greifen nieder, die Angst in Husten und Nacht. Die Rubriken deuten auf einen Zustand, in dem jede Zuwendung zugleich Reiz ist.
Alle Rubriken dieses Mittels, die Arzneimittellehre und die Fallarbeit finden Sie in Rathmer’s Repertorium.
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