Repertorium › Arzneimittel im Repertorium
Conium maculatum (Con.)
Conium maculatum (Con.) steht im Repertorium in 1.099 Rubriken. Davon sind 58 Single-Rubriken, in denen nur dieses Mittel steht, und 63 kleine Rubriken mit höchstens zwei weiteren Mitteln. Die Schwerpunkte liegen bei den Rubriken zu Kindern, den Wahnideen, der Traurigkeit, der Furcht, der Angst und den Beschwerden durch, dazu bei Gleichgültigkeit, Hypochondrie, Hysterie und Delirium. Das Bild ist das eines Menschen, dessen unterdrücktes sexuelles Verlangen und dessen Enthaltsamkeit sich als Traurigkeit, Angst und Hysterie äußern und der zugleich Menschen meidet und doch nicht allein sein kann.
Unterdrücktes Verlangen und Enthaltsamkeit
Der klarste Faden ist die Beziehung von Gemütszustand und sexueller Unterdrückung. Single-Rubriken halten fest: „Traurigkeit – sexuelles Verlangen – unterdrücktem sexuellem Verlangen, Traurigkeit nach“ und die Traurigkeit durch unterdrückte sexuelle Erregung. Die Angst entsteht durch unterdrücktes Verlangen und durch langanhaltende Enthaltsamkeit, die Hysterie durch Unterdrückung der sexuellen Erregung und des Verlangens, die Hypochondrie durch Enthaltsamkeit, und die Katalepsie tritt durch sexuelle Erregung auf. Beschwerden durch sexuelle Enthaltsamkeit und durch Zölibat sind bei Männern verzeichnet, das Fehlen der Sinnlichkeit ebenso. Bei Frauen kommt die Unterdrückung der Menses hinzu, bei der die Hypochondrie auftritt. In der Summe ergibt sich eine Rubrikenfamilie, die nur im Zusammenhang gelesen ihr Gewicht erhält.
Menses und Gesellschaft
Mit der Menstruation hängen mehrere Single-Rubriken zusammen: Fremde verschlimmern während der Menses, die Furcht vor Fremden und vor Menschen tritt auf, ebenso die Furcht vor dem Alleinsein, die Gesellschaft verschlimmert. Ein Widerspruch liegt in der Furcht vor dem Alleinsein bei gleichzeitigem Verlangen, allein zu sein. Der Widerspruch kehrt als kleine Rubrik wieder: Furcht vor dem Alleinsein, doch das Verlangen allein zu sein. Hinzu kommt die Abneigung gegen Freunde in der Schwangerschaft. Sorgen und die Abneigung gegen Gesellschaft verbinden sich.
Grobheit und Besitz
Auf der Seite der Außenwirkung stehen Rubriken, die nicht zur Traurigkeit passen. Die Person beschimpft und beleidigt Passanten auf der Straße und Fremde, ist unkultiviert, grob und ungeschlacht, hochmütig in Bezug auf Kleidung und möchte geschmeichelt werden. Eine Single-Rubrik beschreibt, dass sie den Partner als Besitz betrachtet. Streitsucht wechselt mit Schweigsamkeit, stillem Kummer und Traurigkeit. Eine kleine Rubrik: „Spaßen – treibt mit allem ihr/sein Spiel“. Das Befleckte spielt als Gefühl eine Rolle.
Traurigkeit und Gleichgültigkeit
Die Traurigkeit ist periodisch, alle ein bis zwei Wochen, das Weinen alle vier Wochen. Sie tritt nach dem Frühstück auf, nach Erregung und mit Schwere in den Beinen, und sie hat religiöse Züge: Die religiöse Traurigkeit geschieht aus Reue, und die religiöse Melancholie ebenfalls. Die Gleichgültigkeit zeigt sich in einer eigenen Zeitleiste: nachmittags zwischen 15 und 18 Uhr, mit Reizbarkeit, mürrisch zwischen 17 und 18 Uhr, entmutigt am Nachmittag, und beim Gehen im Freien. Die Arbeit wird gescheut, bei Witwen besonders; die geistige Anstrengung wird abgelehnt, und die Furcht vor der Arbeit geht so weit, dass die Person nicht zur Arbeit überredet werden kann.
Wahnideen
Die Wahnideen sind ungewöhnlich bildhaft und betreffen oft Eindringlinge: Jemand würde eintreten, kommt nachts ins Haus, zur Tür herein; die Person hört jemanden in ihr Zimmer kommen oder sieht Menschen am Bett. Das Bett dreht sich im Kreis, schwebt oder trägt tanzende Tiere. Die Wahnidee, eine Gans zu sein, wird zweifach geführt: Man hält sich für eine Gans und wirft sich ins Wasser; man sieht Gänse. Weitere Single-Rubriken: Man sei nach einem kurzen Spaziergang gelähmt, ein überwältigender Schwindel würde einen überkommen, die Leiche des Bruders und des Kindes. Die kleinen Rubriken nennen die Furcht beim Öffnen der Tür, ein Kummer, der auf ihr laste, und die Wahnidee, im Halbschlaf zu sein.
Nacht, Delirium und Kinder
Die Angst und die Furcht haben ihre Zeit um Mitternacht und in der Nacht; die Angst tritt auch nach halbem Wachsein nach Mitternacht auf. Das Delirium klopft gegen Wände, tritt in der Dämmerung auf, ist intermittierend und mit schnellem Laufen und Rennen verbunden. Die Stilles-Wesen-Rubriken: Geräusche, Lärm und helles Licht sind unerträglich. Bei den Kindern gehört der Wunsch zu den Einträgen, abends früh ins Bett zu gehen, und das Gedeihen leidet durch saures Aufstoßen nachts. Die Abneigung, Kinder zu bekommen, weil die Welt so schlecht sei, geschieht aus Traurigkeit und ist nur diesem Mittel zugeordnet.
Zusammenfassung
Con. zeigt im Repertorium ein Bild, in dem die Unterdrückung des Verlangens und die Enthaltsamkeit mit Traurigkeit, Angst, Hysterie und Hypochondrie verknüpft sind. Die Person meidet Menschen und fürchtet doch das Alleinsein, sie ist am Nachmittag gleichgültig, in der Nacht ängstlich und umgibt sich in ihren Wahnideen mit Eindringlingen, Tieren und einem kreisenden Bett. Nach außen stehen Grobheit, Streitsucht und Besitzdenken, nach innen Reue, Melancholie und eine schwere, periodisch wiederkehrende Trauer.
Alle Rubriken dieses Mittels, die Arzneimittellehre und die Fallarbeit finden Sie in Rathmer’s Repertorium.
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