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Crocus sativus (Croc.)

Crocus sativus (Croc.) steht im Repertorium in 571 Rubriken. Davon sind 28 Single-Rubriken, in denen nur dieses Mittel steht, und 37 kleine Rubriken mit höchstens zwei weiteren Mitteln. Die Schwerpunkte liegen beim Lachen, beim Zorn, beim Singen, bei den Wahnideen und beim Wechsel zwischen Heftigkeit und Zärtlichkeit, dazu bei der Geisteskrankheit, der Überempfindlichkeit und der Reizbarkeit. Das Bild ist das eines Menschen, dessen Stimmung in kürzesten Abständen von einem Pol zum anderen springt, ohne dass ein Pol dauerhaft die Oberhand behält.

Lachen

Das Lachen ist mit 27 Rubriken die dichteste Gruppe des Mittels, und zwölf davon sind spezifisch. Es ist unpassend und unziemlich (zwei Single-Rubriken), albern und töricht, bei Kindern bei jeder Gelegenheit, brüllend, schreiend und kreischend. Es wird schnell vom Weinen abgelöst: „Lachen – Weinen – Lachen schnell gefolgt von Weinen“. Außerdem wechselt es mit Zärtlichkeit und liebevollem Wesen, mit Gewalttätigkeit und Heftigkeit, mit schlechter Laune und Verdrießlichkeit. Die Fröhlichkeit gehört zu diesem Muster ebenso: Froh und fröhlich wechselt mit Gewalttätigkeit und Heftigkeit, und eine kleine Rubrik nennt die Redseligkeit als witzig und geistreich.

Zorn und Wechsel

Der Zorn tritt selten für sich allein auf, sondern fast immer in Paarungen. Die Single-Rubriken verzeichnen ihn im Wechsel mit liebevollem Wesen, mit Zärtlichkeit, mit Singen und zusammen mit Lachen. Eine Rubrik sagt „Raserei, Tobsucht, Wut – abwechselnd mit – liebevoller Stimmung“; eine kleine Rubrik nennt den Wechsel mit Gelassenheit. Der Zorn wird von Reue gefolgt, ein Zusammenhang, den die kleinen Rubriken zweifach fassen. Die Heftigkeit wechselt ebenso mit Milde, Sanftmut, Fröhlichkeit und Lachen. Auch das Mürrische hat seine Gegenpole: Single-Rubriken beschreiben den Wechsel mit Singen und mit dem Umarmen jedes Menschen. Das bezeichnende Bild ist ein Mensch, der im einen Augenblick tobt und im nächsten jeden umarmt.

Singen und Musik

Das Singen verbindet das Mittel mit der Stimmung. Das Singen wechselt mit Streitsucht, mit Zorn und mit Ärger und Verdruss; die Streitsucht wechselt umgekehrt mit Singen. Das Singen kann unwillkürlich geschehen: Eine Single-Rubrik hält fest, dass die Person singt, „sobald sie/er die erste Note gesungen hört“; eine andere nennt das unwillkürliche Mitsingen, wenn ein anderer singt. Fröhliche Musik und Gesang rufen Überempfindlichkeit hervor. Dazu passen ein gutes, aktives Gedächtnis für Musik und das Tanzen bei Chorea.

Wahnideen und Berauschtsein

Die Wahnideen sind ungewöhnlich im Detail. Zwei Rubriken betreffen das Berauschtsein: Die Person fühlt sich berauscht im Zimmer, aber nicht im Freien, so die Single-Rubriken „Berauscht, betrunken – Zimmer, im, aber nicht im Freien“ und die entsprechende Wahnidee. Hinzu kommen die Wahnidee, unfähig zum Riechen zu sein, die Vorstellung von Tieren im Bauch und die Wahnidee, die Gedanken würden plötzlich vergehen. Eine Single-Rubrik hält fest, dass äußerer Druck bessert, eine andere kennt das Verlangen zu beißen am Abend.

Geisteskrankheit und Heftigkeit

Die Geisteskrankheit erscheint in milder Form und als Folge heftiger Auslöser: aus Freude mit Kopfschmerz, durch unerträglichen Schmerz im Kopf, bei Augenentzündung. Die Manie und die Wildheit werden dem Abend zugeordnet, ebenso die wechselnde, unbeständige Stimmung. Die Raserei, Tobsucht und Wut zählt mit dreizehn Rubriken zu den größeren Gruppen. Die Reizbarkeit wechselt mit liebevollem Wesen, mit Zärtlichkeit und mit Singen. Eine Single-Rubrik zur Milde am Abend zeigt, dass der Abend die Grenzen der Stimmungen auflöst.

Furcht und Tod

Die Furcht spielt eine untergeordnete Rolle. Eine Single-Rubrik nennt die Furcht vor dem Tod mit Nasenbluten, und die qualvolle Angst bei Metrorrhagie ist ebenfalls nur diesem Mittel zugeordnet. Die Rubrik zu den Kindern (34) schlägt sich vor allem im Lachen nieder.

Zusammenfassung

Croc. zeigt im Repertorium eine Gemütslage ohne dauerhafte Mitte. Lachen, Zorn, Singen, Zärtlichkeit und Mürrischsein folgen aufeinander und gehen ineinander über, so schnell, dass die Gegenpole oft in derselben Rubrik stehen. Der Zorn wird von Reue gefolgt, das Lachen vom Weinen, die Wut von Umarmung. Hinzu treten eine Überempfindlichkeit gegen Gesang und Musik, ein unwillkürlicher Zug zum Mitsingen und eine ausgeprägte Abendverschlimmerung der Erregung. Das Bild ist das eines wetterwendischen, heftigen und zugleich zärtlichen Menschen.

Alle Rubriken dieses Mittels, die Arzneimittellehre und die Fallarbeit finden Sie in Rathmer’s Repertorium.

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