Repertorium › Arzneimittel im Repertorium

Crotalus horridus (Crot‑h.)

Crotalus horridus (Crot‑h.) steht im Repertorium in 368 Rubriken. Davon sind 18 Single-Rubriken, in denen nur dieses Mittel steht, und 22 kleine Rubriken mit höchstens zwei weiteren Mitteln. Die Schwerpunkte liegen bei den Wahnideen, der Angst, der Sprache, der Ekstase und dem Delirium, dazu bei der Furcht und den Fehlern. Das Bild ist das eines Menschen, der zwischen Auflösung und Überschwang schwankt, in einem Zustand schwerer Erkrankung.

Spaltung und Auflösung

Die Wahnideen sind düster. Sie handeln von hässlichen, abstoßenden Tieren, die umringen, vom Tod als riesigem schwarzem Skelett und vom Gefühl, nur halb zu leben: Die Single-Rubriken beschreiben ein Lebendigsein auf der einen Körperseite bei gleichzeitigem Begrabensein auf der anderen. Daneben steht das Gefühl schneller Auflösung und die Vorstellung, das Gehirn sei berauscht durch zersetztes Blut. Die Furcht gilt ernsten Gedanken, und auch die Wahl der Arzneimittel macht Angst.

Rede im Verfall

Sprache und Delirium zeigen den Verfall. Die Sprache ist nuschelnd, jammernd, klagend und wehleidig; dazu stehen als Single-Rubriken das Nuscheln mit dem Verlangen, aus dem Bett zu entfliehen, und die verwirrte Rede bei kalter Haut und schnellem Puls. Das Delirium zeigt weit geöffnete Augen, Stöhnen und Geschwätzigkeit mit dem Drang, aus dem Bett zu fliehen. Die Fehler beim Rechnen und Schreiben, das Gedächtnis und die Abneigung gegen Familienmitglieder im Beginn einer Demenz gehören zum selben Zusammenbruch der Leistung.

Ekstase im Wechsel

Dem steht eine Hochstimmung gegenüber, die beim Erwachen am Morgen aufbricht: „Ekstase, Verzückung – erhaben“ und „Ekstase, Verzückung – Erwachen, beim – morgens“. Lebhaftigkeit und Stumpfheit wechseln einander ab, zwei Single-Rubriken, und eine stille Gleichgültigkeit tritt hinzu. Koma bei Leberbeschwerden und mit Sepsis, die Manie bei Leberleiden und die Angst bei Darmblutungen oder mit blassem, kaltschweißigem Gesicht lassen sich lesen als Hinweis auf schwere Krankheit, die das Gemüt erfasst.

Die Furchtrubriken bilden einen weiteren großen Block, und das Gedächtnis ist breit betroffen. Beschwerden durch Gemütseinflüsse und Bewusstlosigkeit stehen als Folgen dahinter, Kinder sind mit einer größeren Rubrikengruppe vertreten.

Zusammenfassung

Das Mittel zeigt ein Gemüt am Rand der Auflösung: halbtot und halblebendig, in Wahnbildern von Tieren und Tod befangen, nuschelnd und klagend im Delirium. Ekstase am Morgen und Stumpfheit, die einander ablösen, bezeugen die Unbeständigkeit dieses Zustandes.

Alle Rubriken dieses Mittels, die Arzneimittellehre und die Fallarbeit finden Sie in Rathmer’s Repertorium.

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