Repertorium › Arzneimittel im Repertorium
Cyclamen europaeum (Cycl.)
Cyclamen europaeum (Cycl.) steht im Repertorium in 438 Rubriken. Davon sind 31 Single-Rubriken, in denen nur dieses Mittel steht, und 31 kleine Rubriken mit höchstens zwei weiteren Mitteln. Die Schwerpunkte liegen bei den Wahnideen, der Stumpfheit, der geistigen Verwirrung, dem Weinen, den Menses und dem Grübeln. Das Bild ist das eines Menschen, der sich schuldig und verfolgt fühlt, Zustände der Benommenheit mit Tätigkeitsdrang abwechselt und dessen Gemüt eng mit dem Zyklus der Frau verbunden ist.
Schuld und Verfolgung
Die Wahnideen enthalten Schuld und Bedrohung. Verzeichnet sind die Vorstellung, etwas Böses getan zu haben, der Traurigkeit als sei die Person der größte Verbrecher, und der überwältigende Kummer über eine vernachlässigte Pflicht. Die Person glaubt, verfolgt zu werden, und zwar von allen, in große Schwierigkeiten geraten zu sein und aller Sinne beraubt zu sein. Hässliche Tiere umgeben sie, kriechen in ihr oder laufen als große Tiere über den Körper. Sie grübelt über eine eingebildete Krankheit und über einen eingebildeten Kummer.
Veränderte Wahrnehmung
Die Wahrnehmung ist verschoben. Alles sei in Bewegung, in schaukelnder Auf-und-Ab-Bewegung, Gegenstände flackern und tanzen, feste Gegenstände erscheinen durchsichtig. Das Gehirn scheine hin und her zu wabbern. Mit geschlossenen Augen fühlt sich die Person, als würde sie fahren; sie steige einen Berggrat hinab, glaubt eben geweckt worden zu sein, und zwei Personen lägen im Bett, die einander überlappen und deren Körper den eigenen zur Hälfte einnehme. Das Bewusstsein ist nahezu erloschen.
Wechsel von Stumpfheit und Tätigkeit
Das Mittel pendelt zwischen Benommenheit und Tun. Stumpfheit wechselt mit dem Verlangen nach Aktivität und mit dem Verlangen nach Arbeit; Arbeiten bessert die Stumpfheit, und Faulheit wechselt mit dem Verlangen zu arbeiten. Die Stumpfheit tritt auch nach dem Stuhlgang auf, ebenso die Vergesslichkeit. Verwirrung wird durch kalte Anwendungen am Kopf und durch Erregung gebessert und tritt nach dem Frühstück auf. Kaltes Baden bessert, und die Abneigung von Kindern, zu baden, wird durch kaltes Baden gemildert. Im Haus ist es besser, doch besteht Abneigung gegen das Ausgehen.
Menses und Gemüt
Eine eigene Gruppe verbindet den Zyklus mit dem Gemüt. Verzeichnet sind Traurigkeit während der Menses, Weinen, das ihr nicht guttut, Weinen bei Unterdrückung der Menses, Mürrischkeit bei unterdrückten Menses, Gemütssymptome, die durch reichliche Blutung gebessert werden, Angst und Faulheit bei Amenorrhoe, Betäubung bei Menorrhagie sowie Gleichgültigkeit im Klimakterium und in der Menopause. Das Weinen mindert die Abneigung gegen Gesellschaft nicht.
Kinder und Weiteres
Zu den Single-Rubriken gehört, dass Kinder stark am Vater hängen. Es gibt Furcht vor Unglück beim Frösteln und während Hitze, tiefschürfende Gedanken über die Zukunft und lebhafte Phantasien am Abend. Mürrisch ist die Person nach dem Mittagsschlaf. Eine Rubrik beschreibt Fröhlichkeit mit Zittern der Gelenke.
Zusammenfassung
Das Bild von Cyclamen europaeum verbindet Schuldgefühle und Verfolgungsideen mit schwankender Wahrnehmung und dem Wechsel zwischen Benommenheit und Tätigkeitsdrang. Die enge Verknüpfung von Gemüt und Zyklus, die Besserung durch Kälte und Arbeit und die zahlreichen Single-Rubriken zu den Wahnideen kennzeichnen das Mittel. Ein King-Pin-Symptom ist in den vorliegenden Daten nicht ausgewiesen.
Alle Rubriken dieses Mittels, die Arzneimittellehre und die Fallarbeit finden Sie in Rathmer’s Repertorium.
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