Repertorium › Arzneimittel im Repertorium

Dulcamara (Dulc.)

Dulcamara (Dulc.) steht im Repertorium in 798 Rubriken. Davon sind 18 Single-Rubriken, in denen nur dieses Mittel steht, und 68 kleine Rubriken mit höchstens zwei weiteren Mitteln. Die Schwerpunkte liegen bei der Entmutigung, den Wahnideen, der Geistesabwesenheit, dem Delirium, dem Weinen und der Benommenheit; in der Gesamtzahl führen die Rubriken zu Kindern, zur Furcht und zur Reizbarkeit. Das Bild ist das eines Menschen, der gereizt und zerstreut durch den Tag geht, am Morgen und in der Nacht am stärksten bedrängt wird und seinen Zorn häufig ohne Anlass entlädt.

Zorn ohne Anlass

Der Kern liegt in der Gereiztheit. Mehrere Single-Rubriken zeigen einen Menschen, der beschimpft, ohne zornig oder ärgerlich zu sein, und der flucht, ohne zornig zu sein. Auch die kleinen Rubriken führen den Beleidigenden ohne Verärgerung und die Streitsucht bei Kleinigkeiten an. Der Zorn hat dagegen körperliche Auslöser: Er entsteht über Schmerzen im Kopf und durch Stiche im Kopf. Es entsteht der Eindruck, dass die Reizbarkeit nicht aus dem Anlass, sondern aus einem Druck im Inneren hervorgeht. Das gilt auch für Kinder, die ohne emotionale Beteiligung streitsüchtig sind und morgens beim Erwachen gereizt reagieren.

Entmutigung und Selbstvorwurf

Neben die Gereiztheit tritt eine gedrückte Stimmung. Die Entmutigung erscheint nachmittags und nachts, mit Unentschlossenheit und mit Selbstvorwürfen, wobei sich die Person tadelt. Eine Rubrik hält den Wechsel von Hochgefühl und Entmutigung fest. Die Traurigkeit liegt morgens im Bett und bessert sich im Gespräch. Auch die Zukunft bedrückt: Die Person fragt, was aus ihr werden soll, hat kein Selbstvertrauen in Bezug auf die Verwirklichung ihrer Pläne und beklagt sich ständig.

Zerstreutheit und Stumpfheit

Der Tag zerfällt in Unaufmerksamkeit. Die Geistesabwesenheit tritt abends, nachmittags und bei der Arbeit auf, und die Person steht herum und vollendet nie, was sie unternimmt. Sie missversteht, was sie gesehen oder gehört hat; sie ist stumpf, wenn man sie anspricht, und nach dem Schlaf. Benommenheit begleitet Erbrechen und Diarrhoe, auch bei Kindern. Das Verlangen nach Ruhe kommt am Nachmittag, die Langsamkeit am Morgen. Gedanken kreisen um Familienangelegenheiten.

Unruhe und Impulse

Dem steht eine Unruhe gegenüber, die in Handlung übergeht. Die Person muss geschäftig sein, werfen und reißen: Die Rubriken verzeichnen die Neigung, alles wegzuwerfen, was sie in den Händen hält, und morgens Gegenstände zu zerreißen. Unwillkürliche Handbewegungen führen zum Mund, auch beim Kauen und Schlucken. Nachts stöhnt sie, sie wirft sich herum und sucht Diebe, Räuber und Einbrecher. Eine Single-Rubrik beschreibt, wie sie im Traum aus dem Bett springt.

Wahn und Delirium

Die Nacht und das Erwachen bringen Täuschungen. Die Single-Rubrik „Wahnideen – Gespenster, Geister, Gestalten – morgens – Erwachen, beim – größer, bis es verschwindet, ein Gespenst wird immer“ zeigt das Bild eines Gespensts, das beim Aufwachen wächst. Ebenso gibt es das Gefühl, das Bett sinke unter ihr weg, und die Vorstellung, alles fliege weg, was sie in den Händen hält. Das Delirium tritt bei Fieber auf, bei Schmerzen und bei Hitze, und die Person neigt leicht dazu. Nach Halluzinationen und Wahnideen weint sie.

Furcht und Gemüt

Die Furcht gilt Unfällen, etwa einem tödlichen. Eine Single-Rubrik beschreibt die Unsicherheit über die eigenen Gefühle. Die Angst verbindet sich mit Verzweiflung, die Sorgen kommen um Mitternacht. Die Person redet viel, ohne zuzuhören, macht Späße über alles und möchte etwas Witziges tun; dazu passen Mondlicht, das bei abnehmendem Mond verschlimmert, und eine Neigung zum Tadeln am Nachmittag.

Zusammenfassung

Dulcamara zeigt im Repertorium einen Menschen, der von innerer Gereiztheit getrieben wird und dem die Sammlung fehlt. Morgens und nachts am stärksten bedrängt, entlädt er sich in Zorn, Wurf und Unruhe, während Entmutigung und Selbstvorwurf im Hintergrund wirken. Was ihn beschäftigt, trägt die Färbung der Familie und der Zukunft, und die Täuschung kommt, wenn der Schlaf endet.

Alle Rubriken dieses Mittels, die Arzneimittellehre und die Fallarbeit finden Sie in Rathmer’s Repertorium.

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