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Fluoricum acidum (Fl‑ac.)

Fluoricum acidum (Fl‑ac.) steht im Repertorium in 437 Rubriken. Davon sind 34 Single-Rubriken, in denen nur dieses Mittel steht, und 22 kleine Rubriken mit höchstens zwei weiteren Mitteln. Die Schwerpunkte liegen bei den Wahnideen, bei Abneigung, Beziehung und Hass, bei der Vergesslichkeit, bei Sexualität und Lüsternheit sowie bei der Furchtlosigkeit. Aus ihnen ergibt sich das Bild eines Menschen, der Bindungen lockert, sich von den Nächsten abwendet und im Wechsel der Beziehungen nie zufrieden ist.

Lösung der Bindungen

Der Kern liegt in der Auflösung. Die Single-Rubriken verzeichnen die Abneigung gegen die Eltern, gegen Familienmitglieder, mit denen die Person dennoch freundlich spricht, wenn andere dabei sind, und die Gleichgültigkeit gegenüber geliebten Personen bei lebhafter Zuwendung zu Fremden. Beziehungen werden abrupt beendet oder mehrere zugleich geführt, und andere werden benutzt, so steht es in der Rubrik „Benutzen – andere“. Es fehlen Anteilnahme und Befriedigung. Die Person ist nie zufrieden, auch nicht nach dem Essen oder im Freien.

Wahnideen der Trennung

Die Wahnideen führen diese Haltung ins Handeln. Die Person glaubt, die Ehe auflösen zu müssen, die Hochzeit zu lösen oder die Verlobung aufzulösen, sich von den Bediensteten zu trennen und die Kinder aus dem Haus zu vertreiben. Daneben stehen Bilder der Grenzenlosigkeit: Sie könne immer weiter gehen, heißer Rauch komme aus allen Körperöffnungen, und sie befinde sich bei einem Erdbeben. Eine Rubrik hält eine Gefahr fest, die nicht gefühlt wird: „Wahnideen – Gefahr – Eindruck/Empfindung von – Furcht, aber ohne“. Dazu gehört die Furchtlosigkeit selbst, die sich in der Gefahr und während der Menses zeigt.

Hass, Reizbarkeit und Gesten

Hass und Gereiztheit sind unspezifisch und richtungslos. Der Hass kann unvernünftig sein, und er bessert sich, wenn die Person die abwesenden Gehassten sieht. Die Reizbarkeit lässt sie die Krankenschwester nach Hause schicken. Dazu passt eine Haltung, die sich durch eindeutige, entschiedene Gesten ausdrückt. Merkwürdig daneben: Die Person sucht sich Ärzte und Therapeuten als Freunde.

Sexualität

Die Sexualität erscheint als treibende Kraft. Verzeichnet sind lüsterne Blicke nach Frauen auf der Straße, das Nachsehen, das Versunkensein in Gedanken über die Erfüllung des Verlangens und die Notwendigkeit, die eigene Männlichkeit ständig zu beweisen. Die Abneigung gegen Frauen richtet sich nach einer Single-Rubrik gegen die männlichen, maskulinen. Phantasien sind abstoßend, wenn die Person allein ist, und ängstlich.

Gedächtnis und Zerstreutheit

Das Gedächtnis ist morgens gut, und die Vergesslichkeit bessert sich morgens. Auffällig ist, dass die Person vergisst, die Uhr aufzuziehen. Der Geist ist periodisch in kurz dauernden Anfällen geistesabwesend. Bei Kindern fällt die Unfähigkeit auf, Verpflichtungen zu übernehmen, und Müdigkeit nach der Schule.

Zusammenfassung

Fluoricum acidum zeigt im Repertorium einen Menschen, der sich von dem löst, was ihn bindet. Ehe, Familie und Haushalt werden zu etwas, das aufgelöst werden muss, und Zuwendung und Trieb richten sich auf das Neue und Fremde. Die Furchtlosigkeit und die Unzufriedenheit gehören dazu: Nichts hält fest, und nichts genügt.

Alle Rubriken dieses Mittels, die Arzneimittellehre und die Fallarbeit finden Sie in Rathmer’s Repertorium.

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