Repertorium › Arzneimittel im Repertorium

Hepar sulphuris calcareum (Hep.)

Hepar sulphuris calcareum (Hep.) steht im Repertorium in 909 Rubriken. Davon sind 42 Single-Rubriken, in denen nur dieses Mittel steht, und 48 kleine Rubriken mit höchstens zwei weiteren Mitteln. Die Schwerpunkte liegen bei der Sprache, den Wahnideen, dem Schreien, dem Verlangen zu töten, dem Feuer und der Angst, dazu bei den Rubriken zu Kindern. Aus ihnen ergibt sich das Bild eines Menschen, der auf Schmerz und Kränkung überempfindlich mit Drohung und plötzlicher Gewalt antwortet und den nachts Angst und Bilder heimsuchen.

Drohung und Reizbarkeit

Das King-Pin-Symptom ist „Drohen, droht“: der Versuch, andere durch die Ankündigung eines Übels zu zwingen oder von etwas abzuhalten. Als zweites King-Pin-Symptom nennt das Repertorium die Reizbarkeit bei Schmerzen. Beides gehört zusammen, denn wer Schmerz kaum erträgt, antwortet mit Angriff. Der Zorn bricht plötzlich und grundlos aus, richtet sich gegen Fremde und erscheint in der Single-Rubrik als Wut, bei der sich der Mensch selbst anzünden möchte.

Töten und Feuer

Das Verlangen zu töten ist breit ausgestaltet: Ein Impuls entsteht wegen einer geringfügigen Beleidigung, gegen Menschen, die widersprechen, vor den Menses; ein Friseur will seinen Kunden töten, und die Drohung gilt der Ehefrau und den Kindern. Zwei Single-Rubriken sprechen vom Gefühl, jemanden ermorden zu können. Ebenso auffällig ist das Feuer: Der Mensch möchte Häuser anzünden, wirft Dinge ins Feuer, denkt und spricht von Feuer und glaubt, das Haus des Nachbarn stehe in Flammen, so dass er morgens mit Schrecken erwacht. Man kann darin eine Wut sehen, die sich nur in Zerstörung ein Bild macht.

Nächtliche Angst

Die Angst ordnet sich der Nacht zu, besonders der Zeit zwischen Mitternacht und 3 Uhr. Im Schlaf springt der Kranke aus dem Bett und ruft um Hilfe; beim Erwachen stehen Visionen und Bilder von Toten vor ihm. Die Furcht gilt Bienen und Wespen, dem Entstelltwerden und drohender Krankheit im Freien. Suizidgedanken am Abend und der Gedanke, sich selbst anzuzünden, gehören in dieselbe Umgebung.

Rede und Rückzug

Die Sprache überstürzt sich: Worte purzeln übereinander, die Rede ist eilig im Ärger, irrational im Frost, und der Kranke will nicht zuhören. Dem steht ein stilles Sitzen gegenüber, unbeweglich in der Ecke, versunken, nichts wahrnehmend. Hinzu treten die Freudlosigkeit, die Abneigung gegen das Vergnügen bei Kindern sowie Kinder, die ihre Eltern bedrohen und Habgier, Geiz und Missgunst zeigen. Die Rubrik, niemals fröhlich oder glücklich zu sein, macht aus der Freudlosigkeit einen Dauerzustand.

Zusammenfassung

Das Repertorium zeichnet einen schmerzempfindlichen, reizbaren Menschen, dessen Drohungen und Tötungsimpulse als Abwehr zu lesen sind. In der Nacht kehren sich Wut und Furcht nach innen, in Feuerbilder, Angst und Suizidgedanken, und tagsüber bleibt eine Freudlosigkeit, die nichts mehr aufhellt.

Alle Rubriken dieses Mittels, die Arzneimittellehre und die Fallarbeit finden Sie in Rathmer’s Repertorium.

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