Repertorium › Arzneimittel im Repertorium
Hura brasiliensis (Hura)
Hura brasiliensis (Hura) steht im Repertorium in 161 Rubriken. Davon sind 12 Single-Rubriken, in denen nur dieses Mittel steht, und 8 kleine Rubriken mit höchstens zwei weiteren Mitteln. Die Schwerpunkte liegen bei den Wahnideen, der Furcht, dem Auffahren, dem Weinen, dem Lachen und dem Verlangen zu beißen. Es entsteht das Bild eines Menschen, der sich verlassen fühlt, Unglück erwartet und dessen Stimmung bei jedem Anlass kippt.
Furcht und Unglück
Die Furcht richtet sich auf das Kommende, und sie hat ihre Stunde. Mehrere Single-Rubriken legen sie auf den Nachmittag, auf vierzehn Uhr, darunter die Furcht vor Unglück: „Furcht, Phobie – Unglück, vor – nachmittags – 14 Uhr“. Andere Single-Rubriken verbinden die Furcht mit Fieber und Frost, wenn die Person zu Bett geht. Auch das Auffahren ist mit acht Rubriken häufig.
Verlassenheit und Verlust
Die Wahnideen kreisen um Beziehungen. Die Person glaubt, bald einen Freund zu verlieren („Wahnideen – Freund – verlieren, sie/er werde bald einen“), niemand werde sich um sie kümmern, die Freunde hätten alles Vertrauen in sie verloren. Vom Körper her sagt eine Single-Rubrik etwas Besonderes: Die Person meint beim Einschlafen, neunzig Zentimeter über dem Boden zu hängen. Das Bild von Verlust und Schweben passt zur Bewunderung anderer und zur herzlichen, rührigen Zuneigung, die das Repertorium daneben verzeichnet.
Lachen, Weinen und Beißen
Die Gefühlsäußerungen sind unbeherrscht und folgen eigenen Regeln. Das Lachen kommt morgens zwischen sieben und acht Uhr, und es geht einem Frösteln voraus; es erscheint als nervöses Lachen, das jeder Schmerzanfall auslöst („Lachen – Schmerz – nervöses Lachen aus, jeder Anfall (von Schmerz) löst“). Das Weinen setzt beim Singen ein („Weinen – Singen, beim“). Und eine ganze Gruppe von Rubriken gilt dem Verlangen zu beißen, in die eigenen Hände zum Beispiel. Das lässt sich lesen als gestauter Affekt, der sich den Weg über den Körper sucht.
Zusammenfassung
Hura brasiliensis zeigt im Repertorium eine Gemütslage, die Angst vor Unglück und Einsamkeit mit rasch wechselnden Ausdrücken verbindet. Zeit und Anlass spielen dabei eine feste Rolle: der Nachmittag für die Furcht, der Morgen für das Lachen, das Singen für die Tränen.
Alle Rubriken dieses Mittels, die Arzneimittellehre und die Fallarbeit finden Sie in Rathmer’s Repertorium.
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