Repertorium › Arzneimittel im Repertorium
Ipecacuanha (Ip)
Ipecacuanha (Ip) steht im Repertorium in 436 Rubriken. Davon sind 13 Single-Rubriken, in denen nur dieses Mittel steht, und 13 kleine Rubriken mit höchstens zwei weiteren Mitteln. Die Datenlage ist dünn, die meisten Rubriken sind breit besetzt: Kinder, Weinen, Angst, Beschwerden durch, Furcht, Reizbarkeit und Ruhelosigkeit. Die spezifischen Rubriken zeichnen das Bild eines unruhigen, ängstlichen und leicht erregbaren Menschen, besonders im Kindesalter, dessen Angst mit Blutungen und Erbrechen verbunden ist und dessen Zorn rasch in Gelassenheit umschlägt.
Kinder
Die Rubriken zu Kindern sind die häufigsten. Spezifisch sind das unaufhörliche Schreien bei Erkältung oder Diarrhoe und das Schreien mit der Faust im Mund. Hinzu kommen das ständige Weinen bei Kindern und die schwierige Beruhigung beim Schreien.
Angst bei Blutungen und Erbrechen
Die Angst ist körpernah. Spezifisch sind die Angst zwischen Anfällen von blutigem Erbrechen, bei Blutungen in der Lunge, bei Hämatemesis und bei Scharlach, wenn das Exanthem verzögert erscheint. Ein Seufzen begleitet Angst und Furcht. Die Datenlage legt nahe, dass die Angst ein Begleiter schwerer körperlicher Zustände ist.
Zorn und Gelassenheit
Eine ungewöhnliche Folge zeigt sich beim Zorn: Auf ihn folgt Gelassenheit. Nur dieses Mittel hat die Rubriken, in denen der Zorn von Gelassenheit gefolgt wird und in denen nach dem Zorn Seelenruhe herrscht; die kleine Rubrik nennt Ausgeglichenheit nach Zorn. Daneben stehen Ungeduld bei der Arbeit und ein mürrisches Verhalten, wenn Geschäfte nicht schnell vorangehen.
Ruhelosigkeit, Eifersucht und Sprache
Die Ruhelosigkeit tritt bei Beschwerden des Rückenmarks und bei Wirbelsäulenaffektionen auf, außerdem bei Kolik. Die Eifersucht ist von einer besonderen Art: Die Person möchte, dass andere nichts schätzen oder anerkennen. Es gibt das Verlangen, mit jemandem über die Ereignisse des Tages zu sprechen. Ein Gedanke kann nicht gefasst werden, wenn keine Hitze vorhanden ist. Die Stimme ist bei Schnupfen nasal. Verzeichnet ist außerdem das Verlangen nach unbeschreiblichen Dingen, ohne es beschreiben zu können.
Zusammenfassung
Das Bild von Ipecacuanha bleibt wegen der wenigen spezifischen Rubriken knapp und stützt sich auf die Kinder, die körpernahe Angst bei Blutungen und Erbrechen sowie die Abfolge von Zorn und Gelassenheit. Ein King-Pin-Symptom ist in den vorliegenden Daten nicht ausgewiesen; einzelne Aussagen sollten bei dieser Datenlage zurückhaltend gewichtet werden.
Alle Rubriken dieses Mittels, die Arzneimittellehre und die Fallarbeit finden Sie in Rathmer’s Repertorium.
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