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Kalium iodatum (Kali‑i.)

Kalium iodatum (Kali‑i.) steht im Repertorium in 280 Rubriken. Davon sind 21 Single-Rubriken, in denen nur dieses Mittel steht, und 16 kleine Rubriken mit höchstens zwei weiteren Mitteln. Die Schwerpunkte liegen bei der Furcht und den Kindern mit je 20 Rubriken, bei Angst, Auffahren, Weinen, Wahnideen und Boshaftigkeit. Aus ihnen ergibt sich das Bild eines Menschen, der gegen seine Familie hart und beleidigend wird, wenn Trauer und Enttäuschung ihn bedrücken, und dessen Hände Dinge zerdrücken.

Boshaftigkeit aus Trauer

Das auffälligste Muster ist die Boshaftigkeit. Single-Rubriken nennen sie bei Schwermut und bei Traurigkeit, eine kleine Rubrik als Reaktion auf Trauer oder Enttäuschung, eine weitere für Kinder als Reizbarkeit und Boshaftigkeit auf Trauer oder Enttäuschung. Die Bosheit ist demnach keine ursprüngliche Haltung, sondern eine Antwort auf Kummer.

Härte gegen die Familie

Die Härte richtet sich gegen die Nächsten. Verzeichnet sind: „Hartherzig, unerbittlich – Familie, gegenüber ihrer/seiner“, das Beschimpfen von Angehörigen und das Beleidigende gegenüber Familie und Kindern. Eine Single-Rubrik hält sogar die Abneigung fest, Kinder zu bekommen, weil die Welt so schlecht sei und die geliebten Kinder plötzlich zur Last würden.

Erziehung

Mehrere kleine Rubriken verbinden Beschwerden mit Bevormundung: Beschwerden durch lange Geschichte übermäßiger elterlicher Bevormundung und harte, rauhe Erziehung. Hier liegt eine Ursache der späteren Härte, so die Datenlage.

Hände und Greifen

Eigenständig ist die Gestik der Hände. Single-Rubriken verzeichnen unwillkürliches Greifen, das Dinge zerquetscht, das Zerdrücken von Gegenständen und das Ballen und Zusammenkrümmen des Daumens bei Rheumatismus. Die innere Spannung geht in die Faust.

Furcht und Angst

Single-Rubriken halten die Furcht vor der Wiederkehr der Dämmerung, vor dem Tagesanbruch und vor Unheil mit Traurigkeit und Weinen fest, dazu Weinen im Schlaf, laut. Eine kleine Rubrik nennt die Wahnidee, ein Unfall drohe, eine andere qualvolle Angst durch starke Gemütsbewegung.

Zusammenfassung

Kali‑i. erscheint als Bild eines Menschen, der unter Trauer und Enttäuschung bösartig und hartherzig wird, vor allem gegenüber Familie und Kindern, und dessen Wurzeln in harter elterlicher Bevormundung liegen. Furcht vor Dämmerung und Tagesanbruch sowie das Zerdrücken von Dingen gehören dazu. Mit 37 spezifischen Rubriken ist die Datenlage breit.

Alle Rubriken dieses Mittels, die Arzneimittellehre und die Fallarbeit finden Sie in Rathmer’s Repertorium.

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