Repertorium › Arzneimittel im Repertorium

Kalium phosphoricum (Kali‑p.)

Kalium phosphoricum (Kali‑p.) steht im Repertorium in 752 Rubriken. Davon sind 10 Single-Rubriken, in denen nur dieses Mittel steht, und 32 kleine Rubriken mit höchstens zwei weiteren Mitteln. Die Schwerpunkte der spezifischen Rubriken liegen bei Kindern, Furcht, geistiger Anstrengung und Erschöpfung, dazu bei Angst, Sprache und Reizbarkeit. Aus ihnen ergibt sich das Bild eines Menschen, dessen geistige Kraft sich verbraucht hat und dem das Tun selbst zur Bedrohung wird.

Erschöpfung durch geistige Arbeit

Der Ausgangspunkt ist die Überanstrengung. Die Rubriken nennen Erschöpfung durch Nachtwachen oder übermäßiges Studieren, ein dumpfes Gefühl im Kopf nach geistiger Anstrengung, Willensschwäche, Mangel an Ideen und ermüdendes Schreiben. Die Arbeit selbst wird zur Qual: Die eigene Unfähigkeit scheint den Betroffenen zum Wahnsinn zu treiben, die Gedanken wandern bei der Arbeit umher, und die Trägheit zeigt sich in der Durchführung der Geschäfte. Zwei Single-Rubriken fassen die Folge: Hilflosigkeit durch Überarbeitung und Schweigsamkeit durch Überarbeitung.

Angst vor dem Versuch

Die Angst richtet sich nicht auf ein Ereignis, sondern auf das Handeln. Als Single-Rubriken stehen „Angst – Versuch, etwas zu tun, vor dem“ und die Angst nach geistiger Überanstrengung. Dazu gehören die Furcht vor dem Alleinsein während Konvulsionen und eine nervöse Furcht. Das Gedächtnis schlägt in beide Richtungen aus: Vergangene Ereignisse verfolgen den Menschen, obwohl er sich an sie erinnern will, und die Sprache versagt, sodass er nicht artikulieren kann oder im Zorn schwer spricht. Man kann darin eine Kraft sehen, die dort aussetzt, wo sie gebraucht würde.

Religiöse Melancholie und Abwehr der Medizin

Eine eigene Gruppe verbindet die Gemütslage mit Religion und Arznei. Verzeichnet sind die Weigerung, Medizin einzunehmen, und das Ausweichen vor allen Strategien, sie zu verabreichen, bei religiöser Melancholie, ferner abweisende Stimmung gegenüber der Medizin bei religiösem Wahn. Mit religiöser Traurigkeit verbindet sich das Zerreißen von Kleidung, von Schlafanzug und Bettwäsche.

Gefühl und Familie

Die Gefühle sind matt und reizbar zugleich. Die Rubriken führen Gleichgültigkeit gegenüber dem Alltäglichen auf, Reizbarkeit im Wechsel mit Entmutigung und Traurigkeit durch verzögerte Menses. Unter den Rubriken zu Kindern (62) fällt Groll und Hass gegen Familienmitglieder auf, während das Kind sonst eher friedfertig bleibt; bei Erwachsenen entspricht ihm eine Grausamkeit gegenüber der Familie. Nächtliches Aufschreien in panischer Angst ist verzeichnet.

Zusammenfassung

Kalium phosphoricum steht im Repertorium für eine Erschöpfung des Geistes, die das Handeln ängstigt und das Gefühl abstumpft. Der Mensch gerät durch Arbeit und Studium an die Grenze seiner Kraft; Gedächtnis, Sprache und Wille versagen dort, wo es auf sie ankäme, und Gereiztheit entlädt sich am ehesten im engsten Kreis.

Alle Rubriken dieses Mittels, die Arzneimittellehre und die Fallarbeit finden Sie in Rathmer’s Repertorium.

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