Repertorium › Arzneimittel im Repertorium

Kola (Kola)

Kola (Kola) steht im Repertorium in 373 Rubriken. Davon sind 25 Single-Rubriken, in denen nur dieses Mittel steht, und 19 kleine Rubriken mit höchstens zwei weiteren Mitteln. Die Schwerpunkte liegen bei den Wahnideen, der Gesellschaft, der Ruhelosigkeit, der Verzweiflung und dem Fehlermachen. Es ergibt sich das Bild eines Menschen, der sich zwischen Unbesiegbarkeit und Auflösung bewegt, die Gesellschaft meidet und innerlich keine Ruhe findet.

Wahnideen von Macht und Auflösung

Mit 36 Rubriken stehen die Wahnideen im Vordergrund, und sie zerfallen in zwei Hälften. Die eine betrifft die Kraft: Die Person ist unbesiegbar und unwiderstehlich („Wahnideen – unbesiegbar, sie/er sei“, „Wahnideen – unwiderstehlich, sie/er sei“), meint, Gedanken lesen zu können („Wahnideen – Gedanken – lesen zu können, Gedanken“), und schreibt Namen eine besondere Bedeutung zu. Die andere betrifft den Körper, der zerfällt oder nicht mehr stimmt: keine Arme, zusammengewachsene Finger, gewachsene und verlängerte Füße, Füße, vom Rumpf getrennt, und ein Loch im Magen, das sich nicht füllen lässt („Wahnideen – Magen – Loch im Magen, das nicht gefüllt werden kann“). Auch die Umgebung gerät in Bewegung: Der Sessel springt wie ein Hase davon, das Bett zittert, Menschen scheinen durchsichtig, und Spinnen werden gesehen. Das Hochgefühl, von sich selbst begeistert zu sein, steht in einer Single-Rubrik. Man kann das als Ausdruck eines Bewusstseins lesen, das zugleich überschätzt und entgleitet.

Rückzug

Der Gesellschaft weicht die Person aus. Gleich fünf Rubriken beschreiben dieselbe Haltung in verschiedenen Wendungen: Sie liegt mit geschlossenen Augen da und meidet den Anblick von Menschen („Gesellschaft – Abneigung gegen – liegt mit geschlossenen Augen da“). Entsprechend sind die Traurigkeit bei geschlossenen Augen und das Gefühl, tagsüber wie in einem Traum zu sein, verzeichnet. Das Abschließen nach außen gehört zu dem Bild, in dem Wirklichkeit und Körper sich lockern.

Unruhe, Verzweiflung und Konzentration

Dem stillen Rückzug steht eine Ruhelosigkeit gegenüber, die durch Bewegung nicht gebessert wird: „Ruhelosigkeit – bewegen – muss sich ständig – amel. nicht“. Sie kommt auch aus der Brust und aus den Hitzewallungen. Die Verzweiflung wird durch Ohrgeräusche ausgelöst („Verzweiflung – Geräusche im Ohr, durch“) und bessert sich beim Essen; Ohrgeräusche stören ebenso die Konzentration. Antworten fällt bei Gemütsbewegungen schwer, das Denken lässt sich nur noch vor dem Fernseher ertragen, und im Schlaf erschöpfen Träume den Geist.

Wechsel von Lust und Mühe

Die Stimmung wechselt: Fröhlichkeit alterniert mit Abneigung gegen Arbeit und mit Faulheit. Eine kleine Rubrik nennt eine bemerkenswerte Freiheit, zu tun, was getan werden muss. Daneben stehen die Abneigung, sich zu rasieren, ein heftiges sexuelles Verlangen bei Frauen während der Ovulation und ein Zweifel am Wohlergehen der Seelen.

Zusammenfassung

Kola ist im Repertorium ein Mittel der Gegensätze: Stärke und Auflösung, Rückzug und Ruhelosigkeit, Hochgefühl und Verzweiflung. Der Mensch erlebt sich als unwiderstehlich und verliert zugleich den Zusammenhalt seines Körpers, und die Welt der Geräusche, Träume und Gedanken lässt ihn nicht zur Ruhe kommen.

Alle Rubriken dieses Mittels, die Arzneimittellehre und die Fallarbeit finden Sie in Rathmer’s Repertorium.

Repertorium kennenlernenKostenlos ausprobieren

Ein Nachschlagewerk für Fachleute; ersetzt keine Diagnose oder Behandlung.