Repertorium › Arzneimittel im Repertorium
Lac humanum (Lac‑h.)
Lac humanum (Lac‑h.) steht im Repertorium in 384 Rubriken. Davon sind 30 Single-Rubriken, in denen nur dieses Mittel steht, und 20 kleine Rubriken mit höchstens zwei weiteren Mitteln. Die Schwerpunkte liegen bei den Wahnideen, der Ruhelosigkeit, der Wachsamkeit, dem raschen Handeln, der Konzentration und dem Selbstvertrauen; in der Gesamtzahl führen Furcht und Wahnideen. Das Bild ist das einer Person, die sich selbst nicht wahrnimmt, von Furcht bedrängt wird und im Gefühl lebt, nicht beachtet zu werden.
Selbst und Körper
Der Blick auf sich selbst ist verstört. Die Single-Rubrik „Wahnideen – Körper – hässlich aussehen, der Körper würde – fett, sei zu“ nennt die Vorstellung, der Körper sei zu fett, daneben steht eine verzerrte Gesichtsvorstellung. Die Person ist von ihrem Ego distanziert, nimmt die eigenen Bedürfnisse nicht wahr und kann sich nicht anziehen. Das Selbstvertrauen fehlt tagsüber und bessert sich am Abend, und die Selbstbetrachtung verschlechtert den Zustand.
Furcht und Gewalt
Die Furcht gilt zunächst dem Leben selbst: Die Single-Rubrik „Furcht, Phobie – Leben anzunehmen, das“ drückt aus, dass die Person das Leben nicht annehmen kann. Dazu kommen die Furcht, jemanden zu stören, und die Angst im Zusammenhang mit Speisen. Neben diese Furcht treten gewalttätige Gedanken und Wahnideen von Gewalt. Die Impulse sind konkret: Streichhölzer anzuzünden, einen Lehrer zu ersticken. Eine Single-Rubrik hält sogar fest, die Person wolle lieber getötet werden, als alleingelassen zu sein.
Mutter und Trauer
Die Rubriken zur Mutter sind auffallend. Die Reizbarkeit gegenüber der Mutter und die Traurigkeit beim Gedanken an sie stehen allein, ebenso die Beschwerden durch den Tod der Mutter oder der Eltern. Das Gefühl, nicht beachtet zu werden, ergänzt das Bild. Respekt vor dem Lehrer tritt als eigene Rubrik auf, und mit Kinderliedern, die die Person singt, bleibt die Kindheit gegenwärtig.
Unruhe und Wachheit
Die Person ist wach und eilig, wenn sie erwacht, am Morgen und am Abend, schnell im Handeln. Die Ruhelosigkeit zwingt sie, etwas zu tun, und bessert sich, wenn sie allein ist. Die Konzentration fehlt, das Lesen bleibt unbeantwortet, die Kreativität ist verloren. Der Wille streitet mit sich selbst um Arbeit und Ruhe; das Verlangen nach geistiger Anstrengung wechselt mit Faulheit. Auch die Flucht in eine Traumwelt steht verzeichnet.
Farben und Weinen
Das Verlangen nach Farben, insbesondere nach Schwarz, ist eine kleine Rubrik. Das Weinen hat feste Uhrzeiten, vierzehn und siebzehn Uhr. Zurückhaltend ist die Person beim Essen.
Zusammenfassung
Lac humanum erscheint als Mittel der Selbstentfremdung. Die Person nimmt ihren Körper verzerrt wahr, überhört die eigenen Bedürfnisse, fürchtet das Leben und zieht sich zurück, während unter der Oberfläche Gewalt und Unruhe wachsen. Die Mutter und die Kindheit bleiben der Bezugspunkt.
Alle Rubriken dieses Mittels, die Arzneimittellehre und die Fallarbeit finden Sie in Rathmer’s Repertorium.
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