Repertorium › Arzneimittel im Repertorium
Magnesium carbonicum (Mag-c.)
Magnesium carbonicum (Mag-c.) steht im Repertorium in 648 Rubriken. Davon sind 24 Single-Rubriken, in denen nur dieses Mittel steht, und 37 kleine Rubriken mit höchstens zwei weiteren Mitteln. Die Schwerpunkte liegen bei Angst und Furcht, beim Auffahren, bei geistiger Verwirrung und beim Weinen, dazu bei Kindern, Bett und Nacktsein. Aus ihnen ergibt sich das Bild eines Menschen, der als Kind viel Unfrieden erlebt hat, tagsüber von Furcht gejagt wird und im Bett Ruhe findet.
Das Bett als Zuflucht
Der Orientierungspunkt ist das Bett. Die Furcht, dass sich etwas ereignen wird, bessert sich abends im Bett, ebenso die Furcht vor Unfällen nach dem Zubettgehen und die Furcht vor Unglück, im Bett, wobei die Rubriken zugleich Verbesserung durch Bettwärme nennen. Die Angst lässt abends im Bett nach, und die qualvolle Angst bessert sich nach dem Zubettgehen. Die Rubriken zeichnen eine Furcht, die über den Tag anwächst und erst in der Wärme des Bettes zur Ruhe kommt. Eine Single-Rubrik hält dagegen die Furcht vor Unterkühlung nachts im Bett fest, eine andere die Angst im warmen Bett, wenn die Glieder kalt sind, sobald sie aufgedeckt werden. Wärme und Entblößung sind so mit Sicherheit und Gefahr verknüpft; in diesen Zusammenhang gehört der Wunsch, im Bett nackt zu sein.
Wärme, Essen und Angst
Warme Speisen sind eigens verzeichnet: Angst durch warme Speisen, Angst beim Essen warmer Speisen, Angst mit Zittern nach warmem Essen, jeweils als Single-Rubriken. Die Angst nach der Suppe steht als kleine Rubrik daneben. Das Essen löst also eigene Ängste aus, während bei der Verwirrung das Frühstück bessert. Nach Milch wird die Stimmung abweisend, zurückweisend.
Kindheit und Familie
Mit 63 Rubriken ist die Kinderrubrik die größte. Eine ihrer Wurzeln nennt die Datei: Beschwerden durch Disharmonie und Uneinigkeit zwischen den eigenen Eltern. Ein Gefühl, immer allein zu sein, tritt hinzu, und die Selbstgenügsamkeit, keine Hilfe von anderen zu brauchen. Das lässt sich lesen als eine frühe Anpassung an ein Elternhaus, in dem Beistand unsicher war.
Schreck, Stottern, Verwirrung
Das Zusammenfahren kommt in Seitenlage und Rückenlage, im Schlaf gegen Mitternacht und durch Jucken und Beißen. Die Sprache bricht plötzlich ab, die Rede stockt, die Verwirrung wächst bei Geräuschen und durch Ohrgeräusche. Alles zeigt eine Wahrnehmung, die rasch überlastet ist.
Sonstiges
Auffällig sind zwei kleine Rubriken zu Taten: Glücksspiele, bei denen Geld eingesetzt wird, und das Stehlen von Süßigkeiten. Das Weinen liegt um Mitternacht, im Schlaf mit Zahnschmerzen als Wimmern. Gesellschaftliche Ereignisse verschlimmern.
Zusammenfassung
Magnesium carbonicum zeigt im Repertorium einen Menschen, dessen Furcht den Tag begleitet und im warmen Bett nachlässt. Die Kindheit mit der Uneinigkeit der Eltern scheint der Boden, auf dem die Selbstgenügsamkeit, die Schreckhaftigkeit und die Ängste wachsen.
Alle Rubriken dieses Mittels, die Arzneimittellehre und die Fallarbeit finden Sie in Rathmer’s Repertorium.
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