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Mancinella venenata (Manc.)

Mancinella venenata (Manc.) steht im Repertorium in 242 Rubriken. Davon sind 22 Single-Rubriken, in denen nur dieses Mittel steht, und 12 kleine Rubriken mit höchstens zwei weiteren Mitteln. Die Schwerpunkte liegen bei der Furcht, die allein zehn spezifische Rubriken stellt, bei den Gedanken, den Wahnideen und den Beschwerden durch Schreck und Bevormundung. Daraus ergibt sich das Bild eines Menschen, der sich von moralischen und übernatürlichen Mächten bedrängt fühlt und vergeblich nach Leichtigkeit sucht.

Furcht vor Schuld und Strafe

Die Furcht betrifft das Gewissen und das Jenseits. Verzeichnet sind Furcht vor der Hölle, vor Sünden und vor moralischer Verfehlung, daneben eine Besessenheit vom Unheil und die Furcht, vom Unheil verfolgt zu werden. Die Stunde der Furcht ist Mitternacht. Auffallend sind die Rubriken zu fremden Wesen: Furcht vor Außerirdischen und vor Marsmenschen, jeweils als Single-Rubrik. Dazu passt die Wahnidee, von bösen Mächten besessen zu sein.

Erziehung und Schreck

Zwei Single-Rubriken verbinden Beschwerden mit einer strengen religiösen Erziehung, eine lange Geschichte übermäßiger elterlicher Bevormundung, die in der Kinderrubrik und in der Rubrik zur Bevormundung doppelt verzeichnet ist: „Bevormundung – Kindern, bei – religiöse Erziehung, strenge“. Ebenso steht der Schreck mit der Kinowelt in Verbindung: „Beschwerden durch – Schreck – Kinofilmen, nach Angst machenden“. Man kann darin die Spur lesen, die eine eingeprägte Furcht hinterlässt.

Gedanken und Gemüt

Die Gedanken sind hartnäckig und quälend. Selbstmord und die Verletzung der eigenen Person beschäftigen sie in Single-Rubriken, in der Dunkelheit quälen Wahnideen und Ängste; ein Gedankenschwinden tritt plötzlich ein. Heimweh bei Geistesgestörtheit und die Furcht vor Geisteskrankheit nach Typhus gehören dazu. Das Gegenstück ist ein Verlangen nach Fröhlichkeit, das ausdrücklich vergeblich bleibt: „Verlangen, Wunsch nach – voller Verlangen – fröhlich sein, möchte – vergeblich“.

Empfindlichkeit und Körper

Auf der Körperseite stehen Empfindlichkeit gegen Hämmern und gegen das Sägen von Holz, eine schwache Stimme nach Typhus und Sprechbehinderung durch Zusammenschnüren des Halses. Die Wahnidee, so leicht zu sein, dass man schweben könnte, steht der Schwere der Gedanken entgegen. Eine Nymphomanie im Klimakterium ist verzeichnet.

Zusammenfassung

Mancinella tritt als ein Mittel auf, in dem Schuld, Furcht vor Strafe und eingeprägter Schrecken den Menschen beherrschen. Die Gedanken ziehen ihn in die Dunkelheit, die ersehnte Leichtigkeit stellt sich nicht ein; erhalten bleibt eine feine Empfindlichkeit gegen Geräusch und Eindruck.

Alle Rubriken dieses Mittels, die Arzneimittellehre und die Fallarbeit finden Sie in Rathmer’s Repertorium.

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