Repertorium › Arzneimittel im Repertorium

white marble (Marb‑w.)

white marble (Marb‑w.) steht im Repertorium in 158 Rubriken. Davon sind 19 Single-Rubriken, in denen nur dieses Mittel steht, und 12 kleine Rubriken mit höchstens zwei weiteren Mitteln. Die Schwerpunkte liegen bei den Wahnideen, den Gedanken, der Angst, der erhöhten Bewusstheit und den Phantasien. Das Bild ist das eines Menschen, der um das eigene Äußere kreist und sich beobachtet und bewundert wissen will.

Selbstbild und Schönheit

Die Gedanken drehen sich um Charme, Grazie und Schönheit der eigenen Person; hierzu zählen mehrere Single-Rubriken. Das Verlangen, beobachtet zu werden, ist in mehreren Wendungen verzeichnet, dazu der Wunsch, andere zu bezaubern und zu magnetisieren, und das Verlangen nach Bediensteten. Auch die Bewusstheit des eigenen Körpers ist erhöht, vor allem der Augen. Man kann das lesen als Verlangen nach Wirkung, das auf Aufmerksamkeit angewiesen ist.

Katze und Fee

Die Wahnideen tragen den spielerischen und märchenhaften Zug: Die Person sei eine Katze, sogar ein neugeborenes Kätzchen, suche nach Feen und könne aus der Höhe springen und sicher landen. Daneben stehen die Vorstellung, ehrlich zu sein, der Wunsch, Ordnung in das eigene Leben zu bringen, absurde Phantasien und eine boshafte Neckerei, die mit Lachen einhergeht. Zu den Eigentümlichkeiten zählt die Empfindlichkeit gegen Elektrizität und die Furcht vor elektrischem Strom.

Die Rubriken zur Bewusstheit ergänzen das Bild: Auch die Anwesenheit von Vögeln wird mit gesteigerter Aufmerksamkeit wahrgenommen. Wer so auf Wirkung und Umgebung gestimmt ist, lebt offenbar in ständiger Spannung zwischen Sich-Zeigen und Sich-Schützen, und die Abneigung, sich zu entkleiden, steht dem Verlangen, beobachtet zu werden, merkwürdig gegenüber.

Dunkle Einsprengsel

Auf der anderen Seite stehen die Wahnidee eines abgeschnittenen Penis, die Wahnidee, der Körper würde auseinanderfallen, die Angst vor dem Abkühlen und der Gedanke an Ehebruch. Auch Suizidneigung und Schlagen sind verzeichnet. Das Selbstbild trägt damit eine Brüchigkeit, die es verdeckt.

Zusammenfassung

Das Repertorium zeichnet einen Menschen von katzenhafter Anmut, der bewundert werden will, zwischen Spiel und Furcht lebt und den eigenen Körper als gefährdet erlebt. Die Einsprengsel von Gewalt und Zerfall deuten darauf, dass die Selbstbewunderung nicht ganz trägt.

Alle Rubriken dieses Mittels, die Arzneimittellehre und die Fallarbeit finden Sie in Rathmer’s Repertorium.

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