Repertorium › Arzneimittel im Repertorium

Mezereum (Mez.)

Mezereum (Mez.) steht im Repertorium in 425 Rubriken. Davon sind 18 Single-Rubriken, in denen nur dieses Mittel steht, und 21 kleine Rubriken mit höchstens zwei weiteren Mitteln. Die Schwerpunkte liegen bei der Angst, der qualvollen Angst, der Gleichgültigkeit, der Sprache und den Wahnideen. Aus ihnen ergibt sich das Bild eines Menschen, der von körperlicher Not bedrängt wird und sich zugleich innerlich entfernt.

Angst mit körperlicher Grundlage

Die Angst hängt am Körper. Qualvolle Angst entsteht durch einen Abszess der Kieferhöhle, bei Erbrechen und Magenkarzinom, und sie zwingt zum Hinlegen; dazu stehen Angst vor dem Essen, Angst nach unterdrückten Hautausschlägen und Angst, die sich nach dem Aufstoßen bessert. Auch Neuralgie nach Frost und Gesichtsschmerz bis Mitternacht mit Stöhnen gehören hierher. Die Haut spielt eine eigene Rolle: Eine Single-Rubrik nennt Traurigkeit durch eine Krankengeschichte von Hautausschlägen, eine andere die Wahnidee, Warzen zu haben.

Gleichgültigkeit und Entrückung

Die Gleichgültigkeit richtet sich gegen alle Menschen; es gibt die Vorstellung, alles erscheine tot und leblos, die Gedanken an den Tod gehen so weit, dass alles für tot gehalten wird. Eine Single-Rubrik beschreibt das stundenlange Blicken aus dem Fenster, ohne der Gegenstände der Umgebung gewahr zu sein. Dazu stehen Gleichgültigkeit beim Lesen und Gedächtnisschwäche, die das auswendig Gelernte nicht wiedergeben lässt. Diese Linie trägt die Verwirrung der geistigen Tätigkeit, die bei Unterbrechungen auftritt.

Reizbarkeit und Sprache

Die Reizbarkeit hat eine eigene Wendung: Der Mensch möchte andere mit Worten ärgern, was in zwei Single-Rubriken festgehalten ist („Sprache – ärgern, möchte andere mit Worten“), und er wechselt in der Reizbarkeit mit Reue. Die Sprache fällt schwer, bei Atemnot, Luftmangel und Speichelmangel. Auch Zorn, Traurigkeit und Ruhelosigkeit sind breit besetzt.

Die Wahnideen sind unscheinbar: das Gehirn sei hart, der Mensch erwarte unangenehme Nachrichten oder fühle sich wie nach einer durchzechten Nacht. Der Wunsch nach Ruhe am Nachmittag und die Freude nach dem Essen treten als kleine Ausgleiche daneben. Im Koma verzeichnet das Repertorium unempfindliche Pupillen, bei Kindern das Schnarchen.

Zusammenfassung

Das Repertorium zeichnet eine Angst, die aus dem leidenden Körper kommt, und eine Entrückung, in der alles tot wirkt und der Blick im Leeren hängt. Dagegen steht eine gereizte Lust, andere zu verletzen, die von Reue abgelöst wird.

Alle Rubriken dieses Mittels, die Arzneimittellehre und die Fallarbeit finden Sie in Rathmer’s Repertorium.

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