Repertorium › Arzneimittel im Repertorium
Natrium carbonicum (Nat‑c.)
Natrium carbonicum (Nat‑c.) steht im Repertorium in 1.034 Rubriken. Davon sind 33 Single-Rubriken, in denen nur dieses Mittel steht, und 46 kleine Rubriken mit höchstens zwei weiteren Mitteln. Die Schwerpunkte liegen bei den Rubriken zu Kindern, der Angst, den Wahnideen, der Furcht und der Traurigkeit, dazu bei Reizbarkeit, Ruhelosigkeit und geistiger Verwirrung. Das Bild ist das eines zurückgezogenen, leicht erschöpften und für Atmosphäre, Musik und Geräusche empfindlichen Menschen, dessen Stimmung am Morgen am schwersten ist.
Musik und Geräusche
Die auffälligste Gruppe betrifft die Musik. Die Angst entsteht durch Musik und beim Klavierspielen, die Ruhelosigkeit ist ängstlich und verschlimmert durch Musik, die Traurigkeit wird durch Musik und durch Geräusche ausgelöst, und der Suizidgedanke kann durch das Hören von Musik entstehen. Während der Menses verschlimmert Musik oder wird abgelehnt, eine Single-Rubrik; die Traurigkeit durch Musik während der Menses steht daneben. Atmosphäre und Luft erregen Empfindlichkeit, sogar als Wahnidee. Die Person ist gegenüber ihrer Umgebung offen, unabhängig davon, ob es Klang, Luft oder Gewitter ist: Die Reizbarkeit steigt vor Gewitter, die ängstliche Ruhelosigkeit tritt bei Gewitter auf.
Der Morgen
Zahlreiche kleine Rubriken ordnen Zustände dem Morgen zu: Abscheu beim Erwachen, Abscheu gegen das Leben am Morgen, Lebensüberdruss beim Erwachen, Suizidneigung am Morgen, Unentschlossenheit und Bewusstlosigkeit beim Erwachen, Gedankenversunkenheit am Morgen. Eine Single-Rubrik nennt die Selbstbetrachtung am Morgen, eine weitere die Überempfindlichkeit am Vormittag und das Nichtvertragen von Widerspruch am Vormittag. Die Verfassung ist am Tagesbeginn am schwersten und lockert sich nach dem Aufstehen.
Rückzug und Misstrauen
Der Mensch zieht sich zurück: Er mag die Einsamkeit, die Abneigung gegen Gesellschaft steht damit in einer kleinen Rubrik, Fremde machen Angst, es besteht Furcht vor Gesellschaft und Misstrauen. Die Albernheiten von Männern werden gemieden. Die Haltung ist dezent, absichernd und zurückhaltend; die Rubriken „Dezent“ und „Absichern – sich“ stehen nebeneinander. Hinzu kommen unerwartete Gegenpole: Eine Single-Rubrik beschreibt Fröhlichkeit, aber furchtsam und ängstlich, andere die Neigung zu petzen, Streitsucht mit Aufgelegtsein zu Raufereien und Kleptomanie nach Süßigkeiten.
Geistige Erschöpfung
Die geistige Anstrengung ist das Zentrum der Schwäche. Single-Rubriken halten fest, dass die Unfähigkeit nachzudenken durch Studieren und Lernen eintritt, dass die Gedanken beim Zuhören zusammenhanglos werden und dass die Ungeduld beim Lesen auftritt. Die Reizbarkeit beim Lesen ist ebenfalls verzeichnet. Auffällig ist das Gegenteil: „Geistige Anstrengung – amel. – Liegen amel.“ und „Ruhelosigkeit – geistige Anstrengung – amel.“. Die Person scheint am besten im Liegen zu denken und kommt durch Anstrengung zur Ruhe. Die Verwirrung bessert sich im Bett und verschlimmert in der Sonne. Die Faulheit tritt in der Ruhe, im Sitzen und nach Samenabgang auf.
Erschöpfung und Heftigkeit
Mehrere Single-Rubriken beschreiben Zustände bis zur Erschöpfung: heftig, redselig und beleidigend bis zur Erschöpfung, gefolgt von Schwäche. Sie zeigen, dass die Entladung nicht aus Stärke geschieht, sondern verbraucht. Verbunden sind sie mit Reizbarkeit und Ruhelosigkeit.
Wahnideen
Die Wahnideen enthalten eine eigene Szene: Soldaten. Die Person sieht Gestalten durch die Luft marschieren, abends im Halbschlaf, fühlt sich von Soldaten umringt und hört Geräusche von der linken Seite. Weitere Single-Rubriken beschreiben, der Körper sei dick, schwer und dick geworden. Damit stimmt die Rubrik „Wahnideen – Körper – schwer und dick geworden, der Körper sei“ überein. Das Traumhafte erscheint auch nachts als Gefühl, wie in einem Traum zu sein.
Kinder und Körper
Die 80 Rubriken zu Kindern enthalten spezifische Einträge: Kinder fahren hoch und schreien fürchterlich beim Versuch zu hüpfen; sie erschrecken leicht. Die Angst tritt täglich und periodisch jeden Tag auf, ferner nach dem Waschen der Füße; auch das Waschen der Füße verschlimmert als Single-Rubrik. Ein Zusammenhang von Gemüt und Verdauung zeigt sich in der Traurigkeit durch Diätfehler und im Kummer, der Dyspepsie verursacht. Die Traurigkeit tritt in Hitzewallungen auf und ist untröstlich: „Untröstlich – Weinen bei Trost, anhaltendes“. Eine kleine Rubrik beschreibt den Menschen als Co-Alkoholiker.
Zusammenfassung
Nat‑c. zeigt im Repertorium ein Bild hoher Empfindlichkeit gegenüber Musik, Geräuschen, Gewitter und Atmosphäre, die bis zu Angst, Traurigkeit und Suizidgedanken reichen kann. Die Person zieht sich zurück, ist dezent und misstrauisch, am Morgen am meisten belastet, geistig schnell erschöpft und im Liegen entlastet. Hinter der Zurückhaltung stehen Entladungen bis zur Erschöpfung und Bilder wie marschierende Soldaten oder ein schwerer, dicker Körper.
Alle Rubriken dieses Mittels, die Arzneimittellehre und die Fallarbeit finden Sie in Rathmer’s Repertorium.
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