Repertorium › Arzneimittel im Repertorium
Physostigma venenosum (Phys.)
Physostigma venenosum (Phys.) steht im Repertorium in 170 Rubriken. Davon sind 18 Single-Rubriken, in denen nur dieses Mittel steht, und 16 kleine Rubriken mit höchstens zwei weiteren Mitteln. Die Schwerpunkte liegen bei Furcht, Wahnideen, Redseligkeit, Ruhelosigkeit, Seufzen und Willen. Es ergibt sich das Bild eines Menschen, der Absichten fasst und sie nicht durchführt und der nachts von der Furcht überfallen wird, Unheil zu stiften.
Wille ohne Vollzug
Das Herzstück bilden zwei Single-Rubriken: Große Willenskraft, aber Schwierigkeiten, die Absicht durchzuführen, und, im Bereich des Eigensinns, Absichten auszuführen, aber Schwierigkeiten dabei. Der Wille ist da, doch er greift nicht. Eine weitere Single-Rubrik hält fest, dass die Willensanstrengung bessert. Der Wille erscheint damit als das, wovon die Person erwartet, dass er sie trägt, und woran sie scheitert.
Nachts
Die Nacht ist die Zeit der Furcht. Single-Rubriken und kleine Rubriken verzeichnen die Furcht, beim Erwachen Unfug anzustellen oder Schaden anzurichten, schreckliche Gedanken beim Erwachen und Ruhelosigkeit durch Unruhe am Herzen. Die Furcht gilt dem eigenen Handeln: nicht, dass etwas geschieht, sondern dass man selbst etwas tut. Dazu passt eine Single-Rubrik zur Furcht vor Geisteskrankheit mit Schwindel.
Wahnbilder und Wahrnehmung
Die Wahnideen sind Wahrnehmungsverschiebungen: zu zahlreiche Gegenstände im Zimmer, ein schwankendes Gehirn beim Gehen, der Eindruck, der Rahmen sei verkleinert, und ein Zustand wie nach Nachtschwärmerei. Kleine Rubriken zeigen Stumpfheit wie nach Nachtschwärmerei und am Morgen um acht Uhr.
Gesprächigkeit und Wechsel
Eine Single-Rubrik erfasst die Redseligkeit im Klimakterium und die in der Menopause; Vergesslichkeit tritt in denselben Lebensjahren auf. Die Stimmung wechselt: Fröhlichkeit am Morgen, Traurigkeit am Abend. Dazu kommen eine Abneigung gegen kaltes Wasser und Unbehagen nach dem Baden, eine Landkartenzunge bei Erregung und ein Torpor nach dem Baden.
Zusammenfassung
Physostigma venenosum zeigt einen Menschen, dessen starker Wille an der Ausführung scheitert, der nachts fürchtet, Unheil anzurichten, und dessen Wahrnehmung leicht verrutscht. Die Rubriken lassen den Zusammenhang zwischen dem Wollen und dem Unvermögen zur Tat als Kern erkennen.
Alle Rubriken dieses Mittels, die Arzneimittellehre und die Fallarbeit finden Sie in Rathmer’s Repertorium.
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