Repertorium › Arzneimittel im Repertorium
Tabacum (Tab.)
Tabacum (Tab.) steht im Repertorium in 408 Rubriken. Davon sind 25 Single-Rubriken, in denen nur dieses Mittel steht, und 19 kleine Rubriken mit höchstens zwei weiteren Mitteln. Die Schwerpunkte liegen bei Furcht und Angst, den Wahnideen, der Sprache, der Traurigkeit und der Bewusstlosigkeit. Das Gesamtbild ist das eines Menschen in Erwartung einer Katastrophe, der Übelkeit und Schwäche mit dem Gemüt verbindet und dessen Bewusstsein sich eintrübt.
Katastrophe und Verfolgung
Die Furcht zielt auf das Unabwendbare. Am deutlichsten sagt es eine Single-Rubrik: „Furcht, Phobie – Katastrophe, vor einer – herannahenden Katastrophe, vor einer schnell“. Ein Nachmittagsgipfel um sechzehn Uhr, mit Furcht vor Unglück und Angst, ergänzt das Bild. Die Wahnideen drücken es körperlich aus: Die Welt würde auf der Person lasten („Wahnideen – Welt – lasten, die Welt würde auf ihr/ ihm“), jemand käme, um sie zu ermorden („Wahnideen – ermordet – werden, sie/er würde ermordet“), und Schlangen werden gesehen. Die Person fühlt sich außerstande, sich aufrecht zu halten („Wahnideen – aufrecht – halten, sich nicht aufrecht halten, sie/er könne“), alles bewegt sich in alle Richtungen, die Stufen scheinen zu hoch, und es gibt ein zweites Selbst außerhalb des Patienten („Wahnideen – doppelt – sein, doppelt zu – außerhalb des Patienten, es gäbe ein zweites Selbst“).
Magen und Gemüt
Das Gemüt hängt am Magen. Abscheu entsteht mit Beschwerden des Magens, Verwirrung bessert sich durch Erbrechen („Verwirrung, geistige – Erbrechen amel.“), ebenso die Bewusstlosigkeit und die Übelkeit; die Angst kommt mit kaltem Schweiß und Ohnmacht. Die Bewusstlosigkeit ist trance-artig und bessert sich, wenn kaltes Wasser über den Kopf gegossen wird. Auch die Empfindlichkeit gegen den Geruch von Wein und die Abneigung gegen das Fahren gehören hierher. Die Ruhelosigkeit ist ängstlich und treibt von einer Stelle zur anderen.
Sprache und Traurigkeit
Die Sprache ist schleppend, affektiert, gedämpft und schnell („Sprache – gedämpft und schnell“), bei Knaben albern, im Bewusstseinsverlust irrational. Die Traurigkeit sucht den Ausdruck: Das Klagen bessert sie („Traurigkeit – Beklagen, Klagen amel.“), und die Person ist selbst im Träumen untröstlich. Nach epileptischen Anfällen erscheinen albernes und kindisches Verhalten. Ein Zug zu unwillkürlichen Greifbewegungen der Hände, auch an den eigenen Genitalien, ist in mehreren Rubriken verzeichnet; ebenso der Wunsch zu spucken bei den Beschwerden anderer.
Zusammenfassung
Tabacum zeigt im Repertorium Furcht vor einem nahenden Unheil, die sich in Körper und Bewusstsein niederschlägt. Der Mensch fühlt sich verfolgt, von der Welt erdrückt und doppelt, ihm wird übel, er verliert die Fassung und verlangt nach Klage; sein Gemüt scheint kaum von seinem Magen zu trennen.
Alle Rubriken dieses Mittels, die Arzneimittellehre und die Fallarbeit finden Sie in Rathmer’s Repertorium.
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