Repertorium › Arzneimittel im Repertorium
Valeriana officinalis (Valer.)
Valeriana officinalis (Valer.) steht im Repertorium in 400 Rubriken. Davon sind 13 Single-Rubriken, in denen nur dieses Mittel steht, und 19 kleine Rubriken mit höchstens zwei weiteren Mitteln. Die Schwerpunkte liegen bei den Wahnideen, bei Kindern, Furcht und Delirium; auch Ruhelosigkeit und Erregung sind stark vertreten. Es ergibt sich das Bild eines Menschen, dem seine Umgebung fremd und unheimlich wird und der unruhig in sie hinein spürt.
Die fremde Umgebung
Die Wahnideen tragen das Bild. Alles erscheint sonderbar, fremd und zugleich unangenehm; so lautet es in den Single-Rubriken, die diese beiden Empfindungen zusammen nennen. Das Zimmer wirkt öde und unheimlich, eine kleine Rubrik fügt hinzu: trostlos. Zugleich rücken die Dinge an die Person heran: Gegenstände scheinen nahe, wenn sie hinblickt, und die Person spürt, dass nahe Dinge ihr nahe sind, selbst wenn sie nicht hinsieht. Auch das Gegenteil ist verzeichnet, nämlich die Vorstellung, Gegenstände seien aus der Umgebung weggenommen worden. Dazu gehört die Wahnidee kriechender Tiere, die in der Nähe liegen. Die Wahrnehmung dringt hier an den Körper heran.
Furcht und Ruhelosigkeit
Die Furcht bleibt unbestimmt. Kleine Rubriken verzeichnen unerklärliche Befürchtungen und den Zustand, von Befürchtungen erfüllt zu sein, außerdem Furcht, in der Dunkelheit verletzt zu werden, und Furcht vor dem warmen Zimmer. Die Furcht bessert sich im Freien, wo auch die Ruhelosigkeit ansetzt: Die Person treibt umher und möchte im Haus herumwandern.
Gedanken und Delirium
Das Denken ist beschleunigt. Eine Single-Rubrik beschreibt den Gedankenandrang wie bei Betrunkenheit, eine andere ein wildes Delirium bei Typhus, und eine dritte ein Delirium mit Zittern und Erregung. Als Gebärde verzeichnet das Repertorium ein windendes, schlängelndes Bewegen. Bei Schweiß wird das Denken klar und bringt viele Ideen, aber auch irrige Ideen sind verzeichnet.
Kinder und Stimmung der Mutter
Die Rubriken zu Kindern zeigen eine Besonderheit: Das Kind erbricht die Muttermilch, wenn die Mutter zornig war. Zwei Single-Rubriken beschreiben das Schreien von Kindern beim Stuhlgang mit geronnenem Stuhl. Das Kind nimmt die Verfassung der Mutter also körperlich auf.
Zusammenfassung
Valeriana officinalis erscheint als ein Mittel der überwachen, fremd gewordenen Wahrnehmung. Ein unruhiger, unbestimmt ängstlicher Mensch erlebt die Welt als unheimlich und nah zugleich und kommt im Freien eher zur Ruhe als im Zimmer.
Alle Rubriken dieses Mittels, die Arzneimittellehre und die Fallarbeit finden Sie in Rathmer’s Repertorium.
Repertorium kennenlernenKostenlos ausprobierenEin Nachschlagewerk für Fachleute; ersetzt keine Diagnose oder Behandlung.